Klartext von Kiesewetter: Wieder einmal alles falsch!

 

Wirtschaftsminister Habeck will unser Land nun mit Zwangsinvestitionen in Startup-Unternehmen voranbringen.

Er will Rentenversicherungen und Pensionskassen den Zugang zum Wagniskapital nicht nur ermöglichen, sondern sogar mit einer Mindestquote vorschreiben. Das wäre ein wichtiges Instrument für die deutsche Gründerszene so heißt es.

Zudem sollen Startups bei der Vergabe öffentlicher Aufträge künftig bevorzugt werden. Warum genau, bleibt offen.

Gleichzeitig warnt einer der bedeutendsten Wagniskapitalgeber vor einer einsetzenden Todesspirale, weil den jungen Firmen derzeit das Geld ausgeht, da die Investments der Geldgeber im Vergleich zum Vorjahr um 26% zurückgegangen seien.

 

Man könnte meinen, die Politik habe mal wieder den Schuss nicht gehört!

 

Warum gehen denn die Investitionen zurück?

Warum geht den jungen Firmen das Geld aus?

Warum sind die Bewertungen ihrer Firmen zuletzt so massiv zurückgegangen?

Warum entlässt Klarna, als europäisches Vorzeigeunternehmen und „wert“vollstes Unternehmen der gesamten Gilde, soeben 10 Prozent seiner Belegschaft?

Warum rechnen denn so viele Experten nun mit einem großen Sterben der Startups, weil ihnen das Geld ausgeht?

 

Das könnte womöglich damit zu tun haben, dass die Firmen nicht das gewünschte Ergebnis liefern. Es könnte auch daran liegen, dass die Investitionen sich nicht rechnen. Vielleicht geht ihnen ja auch das Geld aus, weil Startups nicht selten völlig überdimensioniert Geld rausschmeißen, ohne jede kaufmännische Vorsicht walten zu lassen. Vielleicht hat das nämlich auch damit zu tun, weil es eben nicht ihr eigenes Geld ist. Ich erinnere mich gut an ein Gespräch mit einem Geschäftsführer eines solchen Unternehmens, der mir auf meine Frage, wie sich denn die große Belegschaft ohne entsprechende Auftragslage rechne, erklärte es sei schließlich ein Startup. Da sei das eben so und da könne ich doch bitte in den ersten 5 Jahren keine Gewinne erwarten.

Vielleicht sollte sich die Bundesregierung daran erinnern, dass das Segment Wagniskapital heißt, weil es ein Wagnis ist und vielen Investoren der Sinn derzeit weder nach Risiko steht. Oder sie vielleicht sogar genau wissen, warum sie ihre Investments nun zurückfahren.

Die Politik hat die gute Zeit für diese Deals verschlafen und ist nun wieder einmal zu spät und macht genau das, wovor André Kostolany in Bezug auf die Börse schon vor Jahrzehnten warnte: „Greifen Sie nie in ein fallendes Messer!“

Und das Ganze mit den Geldern der gesetzlichen Rentenkassen und damit dem Geld des Beitragszahlers, der ohnehin schon um seine Rente wird bangen müssen. Eine wirklich tolle Idee!

Und auch wenn man den Versicherern vielleicht etwas mehr Verstand bei ihren Anlagestrategien unterstellen darf, mit einer Zwangsquote werden sie zum Scheitern gezwungen. Um in manchmal mehr als fragwürdige Unternehmensideen der Generation zu investieren, die uns vorschreiben will, Unternehmen nur noch mit entsprechendem Purpose zu führen – ohne auch nur den Schimmer einer Ahnung von Gewinnerzielung in schwierigen Zeiten zu haben.

In einer Zeit, in der wir vielleicht besser unsere echte Werte wiederfinden sollten …