Verkauf der Trümpfe der Wirtschaft

„Mit Kuka erreichten die Diskussionen über die Übernahmeoffensive chinesischer Investoren in Deutschland ihren Höhepunkt. Der Vorstandsvorsitzende Till Reuter verlässt überraschend den Roboterbauer. Nach der Übernahme hat sich das Verhältnis zu den Investoren verschlechtert.“

So lautet die Nachricht im Handelsblatt. Doch was genau ist hier überraschend?!

Die Tatsache, dass die Chinesen ihre eigenen Interessen nach ihren eigenen Maßstäben vertreten, konnte doch nicht ernsthaft angezweifelt werden? Es ist keine Überraschung, wenn nach einer Firmenübernahme das alte Führungspersonal nur für die Übergangszeit benötigt wird. Sollen wir wirklich davon ausgehen, dass unsere Spitzen der Wirtschaft derart naiv vorgehen?

Der Abgang Reuters erinnert ein wenig an den Fall Grammer. Das Management des Autozulieferers hatte die Übernahme durch Ningbo Jifeng mit eingefädelt. Doch kaum hatten sich die Chinesen die Grammer-Mehrheit gesichert, machte sich dort die komplette Führung mit einer hohen Abfindung aus dem Staub. Zwar ist der Fall mit Reuter nur bedingt vergleichbar – Reuter hatte den Midea-Vorstoß früh begrüßt, blieb aber mehr als zwei Jahre im Amt und wäre grundsätzlich gern noch länger geblieben. Doch müssen sich die Arbeitnehmer in beiden Fällen darauf verlassen, dass die Job- und Standortgarantien auch ohne die Führung eingehalten werden, die sie ausgehandelt hatte. Bei Kuka sind es immerhin etwa 14.000 Mitarber!

Einmal mehr jedenfalls zeigt dieses Beispiel wie verantwortungslos mit den Trümpfen unserer Wirtschaft umgegangen wird. Der Robotik Konzern wurde wohl sicher nicht ohne Grund ausgewählt, sondern um sich Wissen und Forschung zu sichern. Mit den persönlichen Fehlentscheidungen, oder womöglich uns nicht bekannten anderen persönlichen Interessen, geht nun ein ganzer Konzern mit all seinem Vorsprung ins Ausland.

Vergeblich hatte die Bundesregierung versucht, eine Übernahme von Kuka durch die chinesische Firma abzuwehren und hatte dafür geworben, dass sich deutsche Unternehmen beteiligen. Die Robotik gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und man versuchte zu verhindern, dass zukunftsträchtige Technologie aus Deutschland nach China abwandert. Angesichts der Übernahme sprach sich EU-Kommissar Günther Oettinger für ein europäisches Außenwirtschaftsgesetz aus und schlug vor für „strategisch wichtige Wirtschaftsbereiche“ zu prüfen, was national oder auf europäischer Ebene getan werden könne, um Wertschöpfung und Forschung auch künftig in Europa zu halten.

Ich bin weiß Gott kein Fan von staatlicher Regulierung der Wirtschaft. Doch so wie wir heute aufgestellt sind, scheint eine Einmischung unumgänglich, sofern wir auch morgen noch unsere Standards erhalten möchten.

Mission Verantwortung gilt vor allem auch der Wirtschaft.

 

#State-Management #Erfolge #Ziele

Wir alle stecken voller Wünsche seit Kindheitstagen. Wer hätte sie nicht gern bei sich, diese Fee, die plötzlich auftaucht und uns drei Wünsche bedingungslos erfüllen möchte?! Manchmal wagen wir es, unseren Träumen bis ins hohe Alter zu folgen, doch häufig bleiben sie im Laufe des Lebens in unserer Realität auf der Strecke. Zu viele gescheiterte Versuche und Misserfolge halten uns sogar häufig davon ab, uns überhaupt weiterhin Ziele zu setzen. Doch das ist mehr als schade, denn wirklicher Misserfolg entsteht nur selten durchs Scheitern – sondern durch die nicht unternommenen Versuche.

Gewünschte Erfolge umzusetzen und gesteckte Ziele zu erreichen ist immer eine Frage der Verantwortung, denn wir tragen die volle Verantwortung für unsere Leben und damit auch für unsere Ziele und Erfolge.

Im ersten Schritt gilt es die eigene Verantwortung zu erkennen, auszuloten und anzunehmen. Doch im zweiten Schritt müssen wir sie nicht nur tragen, sondern ihr auch gerecht werden und wenn wir das schaffen, dann ist das eine Erfolgsgarantie! Um dies jedoch zu leisten, bedarf es einer starken und echten Entscheidung UND der anschließenden konzentrierten, kontinuierlichen Umsetzung.

Unsere wichtigste Grundlage ist dabei unser State. Denn wir benötigen einen herausragenden Zustand, um eine solche Entscheidung zu treffen und wir brauchen eine sehr starke Verfassung, um der Umsetzung jederzeit treu zu bleiben.

Ein exzellentes Beispiel ist die Drogensucht, denn hier werden die natürlichen Vorgänge durch fremde Substanzen extrem verstärkt und um eine Änderung herbeizuführen, bedarf es noch deutlich größerer Anstrengungen. Wenn also jemand seine Sucht und sein Verhalten verändern will, braucht er nicht nur eine kleine Entscheidung und die anschließende Aufmerksamkeit für die Umsetzung. Nein, er braucht einen herausragenden Zustand, eine extrem starke Verfassung! Und zwar nicht nur für die Entscheidung, sondern auch für jeden Zeitpunkt danach, für nahezu jeden. Da wir schlicht nicht ständig in Top-Performance unterwegs sein können, muss er also zumindest in der Lage sein, seinen Zustand zu jeder Zeit in Sekundenschnelle zu beeinflussen. Er muss ein Meister des State-Managements werden, um überhaupt eine Chance für die Suchtfreiheit zu haben.

State-Management ist die stärkste Grundlage für jeden Erfolg, jede Zielerreichung und ein glückliches Leben.

 

 

 

Unfassbar verantwortungslos!

Es ist unfassbar, wieviel Dreistigkeit und Dummheit hier aufeinander treffen:

Straßenzüge in Berlin und anderswo werden künftig gesperrt, angeblich der Umwelt zuliebe. 

Lassen wir uns doch bitte nicht verscheissern:

Eine schöne Verkaufsmasche – die Autolobby hat ganze Arbeit geleistet. 

Die eine Gruppe von Menschen hat nun Panik und wird den Verlust sofort in Kauf nehmen. Sie rüsten in seltenen Fällen nach (weil es oft gar nicht geht) und kaufen in den allermeisten ein neues Auto. Damit sie nicht fremdgehen, gibt es so genannte Umtauschprämien. Die sind natürlich leicht beim Verkauf eines neuen Fahrzeugs einzupreisen und daher für den dummen Kunden völlig undurchsichtig. Der Autohersteller, der uns Kunden mit seiner Schummelsoftware schlicht betrogen hat, wird mit neuem Umsatz belohnt. Großartig!

Würden Sie und ich eine solche Manipulation begehen, würde uns das Strafgesetzbuch schneller ins Gefängnis führen, als wir uns erklären könnten. Auf unsere Firma würde dabei keine Rücksicht genommen werden.

Hier wird aber nicht nur die Schuld ungeahndet bleiben (in den USA gibt es Milliarden Entschädigungen), sondern der Betrug auch noch mit neuen Zwangs-Verkäufen belohnt. Unfassbar!

Und obendrein wird der Kunde noch zur Rechenschaft gezogen und muss die Konsequenzen tragen. Die Hersteller übernehmen also nicht etwa Verantwortung für ihre Fehler, sondern übertragen sie auch noch auf den Kunden. Wieder einmal wird dem „kleinen Mann“ gezeigt wie Macht negativ ausgenutzt werden kann und wieder gibt es einen Tropfen mehr, der die Unzufriedenheit der Gesellschaft steigen und an vielleicht ganz anderer Stelle aufkochen lässt. Und dann sind alle wieder ganz erstaunt und verwundert über soviel aufgestauten Frust…

Soweit so gut, aber das ist nur die eine Seite und der Zweck des Umweltschutzes ist ohne Frage wichtig.

Ich bin Freund des Unternehmertums, doch die besten Geschäfte werden uns nichts nützen, wenn wir keine Luft mehr zum Atmen haben.

Insofern muss die Erhaltung unserer Umwelt eine höhere Priorität als jedes Business und jedes private Interesse haben! Ganz klar, und wer das nicht versteht, soll sich schon jetzt auf einen anderen Planeten begeben. Ach, das geht nicht? Na dann müssen wir wohl alle an einem Strang ziehen. 

 

Doch schauen wir uns nun an welchen Nutzen die Regelungen für unsere gute Luft haben werden: 

Die eine Gruppe hat umgerüstet und umgetauscht. Die schauen wir uns gleich noch genauer an. 

Die anderen sind etwas hartleibiger. Sie wissen, dass der Plan so nicht umsetzbar ist und fahren weiter. Oder, wenn ich als Besitzer eines Diesel 5 Fahrzeuges künftig nicht mehr durch Teile der Leipziger Straße oder der Friedrichstraße fahren darf, was werde ich wohl tun? Richtig, ich werde sie umfahren! So werden also Millionen von Autos einfach eine neue Route nehmen und neue Straßen mit den gleichen Abgasen verschmutzen. Oder sind die Stickoxide in einer anderen Straße sauberer und weniger schädlich?! 

Zuletzt wird auch mit der Umrüstung noch nicht das Problem gelöst, denn immer mehr Fahrzeuge machen immer mehr Dreck. Verstehen Sie mich bitte richtig, ich selbst bin genauso betroffen, doch wir müssen andere Lösungen für die Mobilität in der Stadt finden müssen!

Das geht nicht von heute auf morgen, aber wir müssen Lösung anstreben und nicht das Problem schönreden. Wir tragen die Verantwortung für die Verunreinigung der Luft und wir sind auch verantwortlich dafür, dass wir und unsere Kinder atmen und gesund bleiben können. Das betrifft uns Nutzer genauso wie den Staat und die Industrie. 

Also meine Damen und Herren der Automobilindustrie: übernehmen endlich auch Sie die Verantwortung für Ihr Handeln UND unsere gemeinsame Zukunft! Nur so wird auch ihr Unternehmen morgen noch eine Rolle spielen! 

Große Hoffnungen & riesige Bedenken – eine persönliche Offenbarung

Die Reaktionen auf die Zusammenarbeit mit der BILD-Zeitung waren meist negativ. Warum mache ich das und warum ausgerechnet mit diesem Blatt?

Natürlich bin ich selbst skeptisch und sogar ein wenig ängstlich, doch dazu kommen wir gleich…

In erster Linie freue ich mich über die Aufmerksamkeit, um mein Buch „Mission Verantwortung – Weil Erfolg deine Entscheidung ist“ zu präsentieren. Einen besseren Einstieg kann man sich nach Meinung der Experten nicht wünschen, weil sich alle Welt dranhängt und berichten will. Natürlich will jeder Autor, dass sein Buch vielfach verkauft wird und ein Erfolg wird und ja, selbstverständlich geht auch um mein Ego. Aber es geht auch um deutlich mehr als mich selbst! Es geht um eine Message, eine Botschaft. Es geht um meine Mission, die da genauso heißt wie dieses Buch: Verantwortung.

Ich habe in allen Lebensbereichen erfahren, dass die Verantwortung der Schlüssel zu einer wesentlichen Veränderung und letztlich Verbesserung ist. Sie lässt uns Ziele erreichen, Erfolge erzielen und Wünsche Realität werden. Sie lässt uns Unfreiheit überwinden und echte Freiheit erlangen. Sie macht keineswegs ein rosarotes Leben, doch sie lässt uns glücklich sein, trotz aller Herausforderungen des Lebens, und schenkt uns die Möglichkeit eine tiefe Zufriedenheit zu erlangen.

Ich will davon berichten und anderen meine Sicht nicht aufdrängen, aber aufzeigen. Ich weiß nicht, ob sie das Nonplusultra ist, aber ich glaube fest daran, dass sie jedem Menschen helfen kann! Die Opferrolle zu verlassen und eigene Entscheidungen für ein wirklich selbstbestimmtes Leben zu führen ist nichts für Feiglinge und erfordern viele Eigenschaften. Deshalb bin ich angetreten, um mit meinen Geschichten Mut zu verbreiten, die Erfordernisse darzulegen und zu zeigen, dass sich der Aufwand lohnt. Es gibt zwei Seiten und wir können selbst bestimmen.

Aber es ist eben nicht nur das positive Denken oder die Meditation, die uns ein besseres Leben schenkt, sondern unser Denken und Handeln! Wir müssen unsere Verantwortung erkennen, annehmen und tragen. Doch zu guter Letzt müssen wir der Verantwortung auch gerecht werden. Denn wenn wir das schaffen, dann ist Erfolg garantiert!

Das gilt für unsere Gesundheit und Fitness genauso wie für unsere Finanzen, Beziehungen, unseren Beruf und unseren Spaß. Doch es gilt eben nicht nur für alle Bereiche des eigenen Lebens, sondern auch weit darüber hinaus.

Wir können die Verantwortung für andere übernehmen und ihnen Unterstützung bieten, egal ob es unsere eigenen Kinder oder andere Kinder sind, ob es unsere Partner, Familienmitglieder oder Fremde sind, wir können immer einen Beitrag leisten.

Natürlich sind wir nicht in der Lage die Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen, aber wir können einen Beitrag leisten. Genauso wie in unserem Dorf, der Gemeinde, Stadt, dem Land oder Kontinent.

Wir können für die Politik, den Umweltschutz oder die Tierwelt Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass die Welt ein kleines Stückchen besser wird. Selbst wenn es am Ende nicht gelingen würde, so hätten wir doch einer guten Sache gedient.

Ich glaube fest daran, dass wir mehr Verantwortungsbewusstsein und -begeisterung einen riesigen Schritt für unsere planetarische Gemeinschaft leisten können und damit auch immer für uns selbst. Deshalb ist mir die Verbreitung meiner Botschaft so wichtig und die BILD höchstwillkommen.

Doch machen wir uns nichts vor: sie reden mit mir nicht wegen meiner hehren Motive. Sie wollen eine Story, die sich verkaufen lässt! Und ich habe eine Story…

Sie sind keine Informationsgeber mit edlem Gemüt, sondern das immernoch auflagenstärkste Blatt Deutschlands mit fast 10 Millionen Lesern und sie leben von reißerischen Headlines. Auf den ersten Blick enthält die Bild-Zeitung leichte Unterhaltung, Klatsch- und vor allem Skandalberichte. Sie vermittelt dabei eine Weltsicht, die dramatisiert sowie auf Sensation fixiert dargestellt wird. Gleichzeitig ist die Bild-Zeitung wegen ihrer als polemisch empfundenen Art, ihres Hangs zur Vereinfachung und ihrer Sensationslust häufig der Kritik ausgesetzt.

Ich habe eine Story, die gerade in diese Landschaft passt: Der Ex Rad-Profi Jan Ullrich ist am Boden… Krise… Sucht… Die Verbindung zu mir. Cocaethylen. Kokain. Alkohol. Es ist eine meiner persönlich schwersten Krisen des Lebens. Es ist ein Teil meiner Vergangenheit.

Krisen und Schwachstellen zu offenbaren und sogar öffentlich zu machen ist nicht ganz ohne, in der Bild-Zeitung eine völlig neue „Qualität“. Es ist nicht lustig, seine Schwachstellen zu offenbaren. Die Schmerzen waren riesig und sind bei jedem Gespräch wieder da. Wie soll es werden, wenn mehr als eine Million Menschen davon lesen?! Was wird das Boulevardblatt daraus machen? Welche Fehler werden eingebaut, um die Geschichte noch dramatischer darzustellen, als sie ohnehin schon ist? Welche alten Wunden werden aufgerissen und welche neuen hinzugefügt? Auch wenn ich es wohlüberlegt habe: Ich habe keine Ahnung, worauf ich mich da wirklich einlasse.

Meine Frau und meine Kinder haben in dieser Zeit noch viel mehr glitten als ich. Sie konnten es sich zu keiner Zeit aussuchen, sie konnten eigentlich nie etwas tun. Sie waren machtlos. Immer ging es nur um mich. Wie ist es für sie, wenn diese Geschichte mit vielen Einzelheiten öffentlich wird?! Wenn die Freunde und Kollegen plötzlich staunend nachfragen? Oder andere tuschelnd in der Ecke stehen und mit dem Finger auf sie zeigen. Wieder sind sie ausgeliefert. Meiner Geschichte ausgeliefert.

Natürlich habe es mit ihnen besprochen und abgestimmt. Doch genauso wie ich wissen sie nicht was da kommt…

Ich habe das Buch geschrieben, um mehr Verantwortung in die Gesellschaft zu bringen. Ich wollte und will die Sicht auf unsere Pflichten verändern. Ich wünsche mir, dass wir erkennen, das Pflichten und Verantwortung viel positiver sind, als wir zumeist meinen. Weil ich es in meinem Leben erfahren habe, in zig Bereichen!

Ich habe so viele schwere Krisen erlebt, dass selbst mein extrem starkes und sonniges Gemüt mehrfach und erheblich ins Zweifeln geriet. Heute ergibt alles einen Sinn. Die Anzahl und Stärke meiner Probleme haben mich nicht nur noch stärker gemacht, sondern dürfen nun auch Mut und Hoffnung machendes Beispiel sein für andere, um ins Handeln zu kommen.

Die Bewältigung einer Sucht ist eines der schwierigsten und stärksten Aufgaben des Lebens. Ich habe sie deshalb als Beispiel gewählt, weil sie extrem ist. Sie zeigt auf, was möglich ist – im Schlechten wie im Guten. Sie zeigt, dass ein Happy End möglich ist. Sie macht Mut, lässt die eigenen Probleme vielleicht etwas kleiner erscheinen und gibt Kraft zu glauben und die Dinge anzugehen.

Ich habe mich mit diesem Teil meiner Geschichte extrem geöffnet, mich offenbart, nackend gemacht und bin nun ungeschützt – es ist die Einleitung meines Buches. Nun bin ich extrem angreifbar und meine Berater weisen auf das Risiko hin, dass ich als Ex-Junkie abgestempelt werde. Natürlich, das kann passieren. Wer mir persönlich begegnet ist, dem kommt es nicht in den Sinn. Doch es gibt keine persönliche Begegnung in der Bild-Zeitung …

So bin ich also nicht nur froh und guter Dinge, sondern auch etwas ängstlich und in Sorge, was sie aus mir und meiner Geschichte machen werden. Ich habe mich in die Höhle des Löwen begeben. Seien wir gespannt, was daraus wird ….

 

 

Angelique Kerber gewinnt Wimbledon – eine mentale Höchstleistung!

In dem Moment, als sich ihr Kindheitstraum erfüllte, sank Angelique Kerber wie vom Blitz getroffen auf die Knie. Schluchzend und weinend vor Glück lag sie auf dem heiligen Rasen von Wimbledon. Als erste Deutsche seit der großen Steffi Graf vor 22 Jahren hat die Kielerin den prestigeträchtigen Grand-Slam-Klassiker in London gewonnen. Im gestrigen Finale besiegte sie US-Superstar Serena Williams und schrieb damit ein weiteres Sommermärchen für die Sportnation Deutschland. Es war eine mentale Höchstleistung, denn ihre Gegnerin ist für ihre unglaubliche Stärke bekannt und verzeiht keine Fehler.

Es ist das wichtigste Tennis-Turnier der Welt und verspricht seinen Siegern ewigen Ruhm.

“Ein Traum ist heute wahr geworden… Ich glaube, heute ist der schönste Tag in meiner Karriere. Ich wollte als kleines Kind Wimbledon gewinnen. Das kann mir niemand mehr nehmen”, sagte sie emotionsgetragen.

Und nun haben es wieder alle gewusst… Eine Heerschaar von Menschen wird ihr gratulieren und ihr beteuern, immer von ihrem Sieg überzeugt gewesen zu sein. Tatsächlich glauben diese Menschen das dann wirklich und haben all den Zweifel der letzten Jahre vergessen bzw. ausgeblendet, auch weil sie sich insgeheim eine große Siegerin an ihrer Seite gewünscht haben. Für die Sportlerin gibt das Leben nun damit eine weitere anspruchsvolle Etappe und die nächste mentale Herausforderung auf.

Angelique Kerber hat nach vielen harten Jahren, davon alleine 15 Profijahren, endlich ihr großes Ziel erreicht. Herzlichen Glückwunsch, liebe Angie!

Aber die Geschichte davor haben plötzlich alle vergessen: trotz höchstem Einsatz und dauerhaftem Engagement hatte sie lange nicht den gewünschten durchschlagenden Erfolg und war der Versuchung des Aufgebens bereits fast ergeben, als 2016 endlich ihr persönlicher Durchbruch und ihr bestes Jahr erfolgte: Brisbane International Finale, Sieg der Australien Open, Fed-Cup, Finale von Wimbledon, Silbermedaille olympische Spiele, Sieg der US Open, Finale WTA Championships waren nur die wichtigsten Erfolge, die ihr das „Silberne Lorbeerblatt“, den „Bambi“, den Titel „Deutschlands Sportlerin des Jahres“ und den zweiten Platz bei der Wahl zu „Europas Sportlerin des Jahres“ einbrachten.

Doch die Siegesserie riss in 2017 schon wieder ab und die Stimmen wurden laut, dass es eben doch nur eine „Eintagsfliege“ gewesen sei.

Können Sie sich in etwa vorstellen, wie schwierig dies für Angelique Kerber in den Jahren zuvor und danach gewesen sein muss? Können wir uns ansatzweise vorstellen, welche mentale Herausforderung dies darstellte?

Wir leben in einer extrem schnellen und harten Gesellschaft und wir vergessen zu oft die Menschlichkeit. Selbstverständlich geht es hier im Tennis wie beim Fußball, im Boxen oder in der Formel 1 um Höchstleistungen, außergewöhnlich viel Geld und Ruhm. Ja, natürlich weiß jeder Sportler bereits bei Karriereanfang um den Preis seiner Erfolge, wenn er sie denn jemals erreichen sollte und ja, in der Theorie hat es bisher auch noch jeder verstanden. Doch wir sind alle Menschen aus Fleisch und Blut und das Steuern der Gedanken und der Gefühle ist ein Prozess, der vielen niemals annähernd gelingt. Weder im Sport noch im Leben. Denken Sie an sich selbst und überlegen Sie einmal, wie Sie mit schwierigen Situationen in der Praxis umgehen und wie Sie es sich vorher in der Theorie vorgenommen hatten. Verstehen Sie, was ich meine?!

Die mentalen Herausforderungen sind heute im Sport größer denn je zuvor. Das liegt an mehreren Aspekten, einer der wichtigsten davon ist sicher die Marginalität der Steigerbarkeit der körperlichen Leistungen. Doch die psychischen Anforderungen sind nicht nur im Sport selbst, sondern auch in jedem anderen Bereich des Lebens gewachsen. Und so wie es den Athleten im Sport besonders hart trifft, so trifft es ihn auch in allen anderen Lebensbereichen. Die Folgen haben wir bereits mehrfach erleben müssen, Spitzensportler tauchten mit Depressionen ab oder entscjieden sich im schlimmsten Fall sogar für den Suizid. Der Profi von heute braucht nicht nur mehr Unterstützung durch sein Team, seine Trainer und seine Mentalcoaches, sondern auch durch uns alle – die Öffentlichkeit.

Wir sind in der Verantwortung diesen Menschen gegenüber und auch wenn die heftige Reaktion der Presse ein Preis der Karriere ist, so sollten wir dennoch nicht übertreiben und sorgsam damit umgehen. Schließlich sind sie es, die uns mit ihren Opfern und ihrem ungewissen jahrzehntelangen Einsatz glänzend unterhalten. Danke <3

 

Ihr

Bernd Kiesewetter

 

 

 

 

 

 

 

Ohne uns sind Spitzensportler aufgeschmissen!

Sportler können ohne professionelle Mentaltrainer nicht mehr bestehen.

Der erste Schock ist verdaut, die Nachwehen der Fußball-WM beginnen.
Die Öffentlichkeit ist noch lange nicht beruhigt und die Presse wird noch viel Zeit mit der Aufarbeitung verbringen. Die Sportler sind erst einmal abgetaucht und versuchen ihre Ruhe zu finden, der Trainerstab muss seine Ratlosigkeit verarbeiten. Es wird alles noch dauern…

Es gibt viele verschiedene Meinungen, warum unsere Mannschaft so früh ausgeschieden ist, doch in einem sind sich alle einig: Es waren nicht die fehlenden Fähigkeiten, sondern es ging nur um die mentale Stärke! Die Einstellung der Mannschaft war schuld am Scheitern!

Doch wodurch nun wird die Einstellung der Mannschaft bestimmt? Wie kommt die Haltung der Fußballprofis zustande und wovon hängt sie ab? Wie geht man damit um?
Es gibt viele einzelne Komponenten, doch eines ist glasklar: Die mentale Ausrichtung jedes einzelnen Spielers ergibt in der Summe die geistige Haltung der Mannschaft! Jeder einzelne Spieler muss nicht nur sportlich, sondern zwingend auch geistig auf höchstem Niveau unterwegs sein, wenn große Erfolge erreicht werden wollen. Nein, heute gilt es bereits für die Bewältigung der normalen Aufgaben im High-Performance Bereich zu sein, wie man an der Weltmeisterschaft in Russland sieht. Das Bestehen der Vorrunde galt es unangezweifelte Pflichtaufgabe und die Gegner als durchaus besiegbar. Doch kleinste Verunsicherungen genügten, um die ohnehin nicht eingeschworene Gemeinschaft in Wanken zu bringen und die gemeinsame Ausrichtung zu stören. Das Leben nahm seinen Lauf, das Ergebnis ist bekannt.

Im Einzelsport ist es längst üblich, dass der Sportler sich einen Mentalcoach an die Seite stellt. Viel zu hoch sind heute nicht nur die täglichen Anforderungen des Sports, sondern insbesondere auch die alltägliche Belastung als Mensch. Der Druck der Öffentlichkeit ist heute größer als je zuvor und das digitale Leben verbessert zwar die Einkommenssituationen der Sportler, öffnet jedoch auch eine weitere Tür zum gläsernen Leben des Künstlers und erhöht damit den persönlichen Druck erheblich. Jede Minute des persönlichen Lebens ist streng limitiert und dank des enorm hohen Leistungsniveaus in allen Sportarten dieser Welt, reichen kleinste Fehlschläge und Versäumnisse, um eine persönliche Karriere zu beeinflussen. Manchmal genügen schon Kleinigkeiten und die Karriere ist von heute auf morgen beendet. Die stetige Verbesserung in nahezu jedem Bereich des Lebens, vorallem aber die anhaltende Optimierung über Jahrzehnte im Leistungssport, hat ihren Preis.

Natürlich ist der Sportler damit aber Anforderungen ausgesetzt, die bereits in den Jahren der Vorbereitung auf dem Weg zur Weltspitze schier unmenschlich erscheinen. Wir sind aber, egal wie willensstark und diszipliniert, auch einfach „nur“ Menschen und daher KANN ein Spitzensportler ohne professionelle Betreuung in allen Segmenten gar nicht mehr auskommen. Es ist schlichtweg unmöglich, jeden Tag die richtigen Dinge zu tun und dabei noch richtig zu denken. Jeder Mensch ist dabei individuell und kann nicht mit Standardprogrammen bedient werden. Die Wege sind völlig unterschiedlich, die Anforderungen individuell und Erlebnisse differenziert. Der Single ist in einer völlig anderen Situation als der junge Familienvater und auch die sonstigen Lebensumstände und Sichtweisen verbieten eine Einheitsbetrachtung. Jeder Sportler muss einen persönlichen Coach für seine mentale Stärke an seiner Seite haben, damit er überhaupt die Chance hat, in der Elite mitspielen zu können. Und er muss ihn lange vor seinen Erfolgen nutzen, um überhaupt dorthin zukommen und kann nicht erst darauf zurückgreifen, wenn erste nennenswerte Erfolge sichtbar werden. Der Mentalcoach ist für die langfristige Zielsetzung und Verfolgung genauso entscheidend wie für die tägliche Motivation, den Umgang mit Krisen und die Überwindung von Grenzen. Unsere Welt ist viel zu schnelllebig geworden, um auf diese Hilfen verzichten zu können. Es geht also längst nicht mehr um einen verzichtbaren Luxus, sondern vielmehr um eine Grundvoraussetzung.

In einigen Sportarten ist dies jedoch immernoch nicht angekommen und merkwürdigerweise gibt es auch im hochbezahlten Segment Fußball noch extrem viele Einzelsportler, die keinen persönlichen Mentaltrainer nutzen, sondern maximal den vom Verein gestellten Coach zur Hilfe nehmen. Einige wenige Sportler haben jedoch bereits die Wichtigkeit erkannt und sichern sich damit ihren Vorsprung – heute jedenfalls noch.

Erinnern Sie sich noch an die Zeit in der Formel 1, als Michael Schumacher wie aus dem Nichts aufzutauchen schien und die Welt des Rennsports eroberte. Man sagt ihm bis heute nach, dass er die Spielregeln des Sports neu definierte. Er trat als einer der ersten Rennfahrer für eine extreme und nie dagewesene körperliche Fitness ein, galt als Genie des Automobilverstandes UND trainierte von Anfang an und immerfort seine mentale Fitness. Heute gibt es keinen einzigen Rennfahrer mehr, für den diese Dinge nicht eine Selbstverständlichkeit darstellen würden. Es ist Standard!

Und genauso wird es auch im Mannschaftsport Fußball unerlässlich werden, wenn wir künftig noch eine Rolle im weltweiten Wettstreit spielen wollen. Talente, Trainingszustand, fußballerische Fähigkeiten und Strategien sind heute keine Besonderheiten mehr – Teamgeist und gemeinsamer Wille werden in Zukunft über Sieg und Niederlage entscheiden.

Wie im Fußball, wird es auch in jedem anderen Hochleistungsbereich als Standard gelten, einen professionellen Mentaltrainer an seiner Seite zu wissen. Für andere Bereiche ist dies bereits heute selbstverständlich: der Manager, der Finanzberater, der Physiotherapeut und manchmal gar der hauseigene Orthopäde sind völlig normal geworden. Kein Fußballer käme auf die Idee, seinen Vertrag selbst zu verhandeln oder seine Steuererklärung auszufüllen. Denn nocheinmal: die Anforderungen sind einfach zu hoch geworden! Der Sportler ist ohne die richtige Unterstützung gar nicht in der Lage all dies zu bewältigen und gleichzeitig sportliche Höchstleistungen zu erbringen.

Fazit: Ein Profisportler braucht einen Trainer für seinen Kopf. Seine Seele, seine Gedanken und seine Konzentration erfordern die Begleitung durch Profis.
Vielleicht kann ein Spitzensportler sogar schon heute nur noch durch die Qualität seiner Coachs einen echten Vorsprung erarbeiten.

Die Zukunft Europa’s – die Zukunft der Welt

Vom Machtverlust und Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels ist dieser Tage aus allen Mündern die Rede und der Frustüber eine Regierungschefin, die Probleme lieber langatmig moderiert, statt sie schnell zu entscheiden, ist nachvollziehbar. Es ist auch wenig überraschend, dass viele Menschen die Regierungschefin für die innenpolitische Entwicklung verantwortlich machen. Doch in der aufgeheizten Debatte, ob und wie Europa die Flüchtlingskrise in den Griff bekommt, geht es nicht um die Zukunft der Kanzlerin, es geht um die Zukunft Europas.

Merkel hat sicherlich recht, wenn sie für eine gemeinsame, solidarische Lösung der Flüchtlingskrise kämpft. Die Sicherung der Außengrenzen ist eine europäische Angelegenheit. Nationale Grenzkontrollen wären das Ende der Freizügigkeit in Europa und ein Angriff auf den europäischen Binnenmarkt. Setzen sich die Populisten durch, wären die offenen Grenzen, die den Kontinent Europa stark gemacht haben, Geschichte.

Die Flüchtlingskrise ist in Wahrheit nicht die Schicksalsfrage der Bundeskanzlerin, sondern die Schicksalsfrage Europas. Ob Merkels Kanzlerschaft die Flüchtlingskrise übersteht oder ob sie daran scheitert, ist zweitrangig.

Vorrangig geht es darum, dass Europa nicht an der Asylfrage scheitert. Doch diese Gefahr besteht. Die Abschottungsideen klingen verführerisch. Kurzfristig mögen die Grenzen-dicht-Pläne politisch erfolgreich sein. Aber was ist das für ein Europa, das bei der Lösung der größten Flüchtlingskrise seit Jahrzehnten (fast 70 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht) für den eigenen Kontinent keine solidarische Antwort findet? Was ist das für ein Europa, wenn am Ende jedes Land nur noch das macht, was seinen nationalen Interessen dient? Das wäre das Ende Europas und noch viel mehr stellt sich die Frage, in welcher Welt wir leben, wenn jeder nur an sich denkt?

Die Flüchtlingskrise ist nur ein Ergebnis! Die Flüchtlingskrise ist ein Ergebnis von Ungerechtigkeiten. Menschen flüchten vor Krieg, Gewaltherrschaften und natürlich versprechen sich viele Flüchtende auch einfach „nur“ eine Verbesserung ihres eigenen Lebens. Gegen die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge wird mit großer Begeisterung gehetzt, als wäre es verwerflich, sich um einen besseren Lebensstandard zu bemühen.

Auf dem Mini-Gipfel in Brüssel wurde erschreckend deutlich, wie gering die Bereitschaft der EU-Staaten aktuell ist, eine gemeinsame Lösung in der Asylfrage zu erreichen. Das neue Miteinander in Europa steht erkennbar unter dem Motto „Jeder für sich“ und man fragt sich, welch weitsichtige Landesvertreter wir zu unseren Führungskräften zählen dürfen.

Ein Europa, das in Kleinstaaterei zerfällt, wäre politisch und ökonomisch im globalen Wettbewerb ein Zwerg. Was Europa braucht, ist keine „Achse der Willigen“, sondern eine Achse der Vernunft. Europa darf nicht den Populisten überlassen werden. Europa ist und bleibt unsere Zukunft.

Und genau das gleiche lässt sich erweitern, auf die gesamte Welt. Wir müssen endlich begreifen, dass es gilt langfristige Lösungen für mehr Gerechtigkeit auf unserem Planeten zu finden. Wir können nicht ernsthaft angreifen, wenn sich Mütter und Väter für einen besseres Leben auf den Weg machen.

Natürlich müssen wir kurzfristige Lösungen für die Probleme finden, schon um einen weiteren Machtgewinn der Antidemokraten zu verhindern. Aber wir müssen vielmehr Verantwortung übernehmen, um langfristige Lösungen zu finden. Einem jeden Staatsführer sollte klar sein, dass die Zukunft ihres Landes und ihrer Bürger davon abhängt, dass wir Lösungen für ein friedliches Miteinander auf dieser Erde finden können.

Also bitte, lassen Sie uns endlich wieder aufhören in Kleingeistigkeit zu ersticken und gemeinsam Verantwortung übernehmen und danach streben, ein besseres und gerechteres Leben für alle zu gestalten.

Kinder – der Stoff aus dem die Zukunft ist II

Der Senat verfehlt seine Verantwortung bei der Kita Politik – wieder einmal!

Wir vergessen in unserer Gesellschaft die Kleinsten, wir müssen mehr Verantwortung für unsere Kinder übernehmen. 

Ich meine nicht nur unsere eigenen Kinder. Die Zukunft unseres Landes und die Zukunft der Welt hängt von den nächsten Generationen ab und wir sollten uns darüber bewusst sein. Wir können nicht so tun, als ob es nur um Schule und Bildung in Rekordzeiten geht – es wird um viel mehr gehen…

Genau mit den gleichen Worten habe ich vor einer Woche einen verfassten Blogartikel angefangen, dort angeregt durch das Projekt #StarkeKinder.

Bitte lesen Sie den Blog vollständig, denn nicht ein einziges Wort trifft auf unser heutiges Thema nicht zu. Damit wird um so deutlicher, wie sehr hier etwas im Argen liegt.

Uns fehlen ca. 2.500 – 3.000 Kitaplätze in Berlin!

Mütter und Väter, ob Alleinerziehende oder Paar, sind heute mehr denn je auf eine ordentliche Betreuung ihrer Kinder angewiesen. Und zwar nicht, weil sie keine Zeit mit ihren Kleinen verbringen möchten, sondern vielmehr aus der Not heraus. Mit Not ist hier die Notwendigkeit gemeint, ohne die ein normales Leben innerhalb der Gesellschaft schier unmöglich scheint. Die Grenzen der Belastbarkeit sind längst erreicht und die realen Nettoeinkommen sind in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gesunken. Ob man uns die Vorbereitung auf die Globalisierung oder die Wichtigkeit des neuen Europas oder einfach nur die notwendige Konsolidierung nach der Finanzkrise vor Augen hielt, immer gab es einen Grund, warum der „kleine Mann“ zurückstecken sollte. Seltsamerweise wuchsen die Gewinne der „Großen“ von Jahr zu Jahr und die gebildeten Rückstellungen erreichten ungeahnte Höhen, von denen ganze Unternehmensgruppen gekauft und errichtet wurden.

Ich als Fan der freien Wirtschaft und des Reichtumsstrebens darf ganz deutlich und kritisch bemerken, dass es so nicht funktionieren kann, jedenfalls nicht auf Dauer. Wir Deutschen, gerade die ehemaligen Wessis, sind extrem geduldig und schließen revolutionsartige Zustände schon fast aus Gewissensgründen aus. Uns geht es ja noch viel zu gut und immer wieder wird uns vorgehalten, wie dankbar wir sein müssen, in derartigem Wohlstand zu leben.

Richtig, wir dürfen dankbar dafür sein. Aber wir müssen uns auch nicht klein machen und von einigen wenigen vorführen lassen. Denn sie haben offensichtlich vergessen, dass ihnen ihr persönlicher Reichtum nichts mehr nützen wird, wenn die Nachkommen immer schlechter fahren werden. Denn nicht nur Bildung allein wird die Zukunft entscheiden, sondern auch die sozialen Kompetenzen einer Gemeinschaft und viele Dinge mehr. Es ist von entscheidender Wichtigkeit, dass die Kleinsten gut betreut und auf das Leben vorbereitet sind. Es wird sich bitter rächen, wenn die Erwachsenen der Zukunft erst recht keine Chance mehr haben werden. Wir reden nicht von unverschämten Forderungen, die ein einzelner zu Lasten der Gesellschaft stellt. Es geht nicht um viel mehr als um ein ganz normales Leben führen zu können, mit ausreichendem Einkommen für die normalsten Dinge des Lebens innerhalb der Gemeinschaft und etwas Freizeit.

Wir benötigen kurzfristig ausreichend Kitaplätze. Auch wenn wieder einmal in der Vergangenheit die Weitsicht gefehlt hat, so ist doch die Bewältigung aus Unternehmersicht überhaupt kein Problem. Es geht nur um kleine Veränderungen, die eine sofortige Verbesserung in Aussicht stellen! Angepasste Löhne der Betreuer, Einarbeitung und Ausbildung ausreichend neuer Kräfte und die Flexibilität bei der Errichtung neuer Kindertagesstätten. Als Immobilienmakler weiß ich auch sehr genau um die Schwierigkeiten bei der Anmietung, die den gewillten neuen Betreibern gemacht werden.

Wenn wir heute dafür nicht sorgen, dann werden wir morgen nicht mehr erleben wollen. Wachen Sie auf, meine Damen und Herren des Senats! Ihre Ämter und Besoldungen werden auch für ihre Kinder wertlos sein, wenn wir unsere Hausaufgaben heute nicht erledigen.

Wir müssen mehr Verantwortung für unsere Kinder übernehmen.

Kinder – der Stoff aus dem die Zukunft ist

Wir vergessen in unserer Gesellschaft die Kleinsten, wir müssen mehr Verantwortung für unsere Kinder übernehmen.

Ich meine nicht nur unsere eigenen Kinder. Die Zukunft unseres Landes und die Zukunft der Welt hängt von den nächsten Generationen ab und wir sollten uns darüber bewusst sein. Wir können nicht so tun, als ob es nur um Schule und Bildung in Rekordzeiten geht – es wird um viel mehr gehen!

Unsere Kleinen sind gefordert den neuen Geschwindigkeiten des Lebens zu trotzen, mit exponentiellem Wachstum in vielen Bereichen klarzukommen und trotz absoluter Reizüberflutung auf allen Ebenen die wichtigen Dinge nicht zu vergessen. Kinder bekommen heute immer weniger Zeit und Zuwendung, was an sich schon fatal ist und die Frage aufwirft, weshalb man sich dann Kinder “anschafft”. Aber die Anforderungen der heutigen Zeit führen dazu, dass Eltern selbst immer eingespannter und oft überfordert sind. Die Kids laufen so mit. Die Zeit und Aufmerksamkeit, die die Erziehungsphase erfordert, ist schlichtweg kaum noch da. Mütter und Väter müssen heute Jobs und Arbeitszeitmodellen folgen, die geregelte Abläufe kaum noch möglich machten und ein Familienleben extrem belasten. Immer mehr Alleinerziehende sind am Rand der Belastungsgrenze und können ihrer Vorbildfunkton in vielen Bereichen kaum noch gerecht werden. Kann das der richtige Weg sein?!

Wenn wir uns nicht die Zeit für unsere Zukunft nehmen, werden wir unser blaues Wunder erleben. Verantwortung zu übernehmen heisst eben auch, die Antworten zu schaffen und wir müssen keine Genies sein, um die Ergebnisse solcher Nachlässigkeiten zu erahnen.

Wir müssen denken. Wir müssen vorausschauend agieren. Es wird keinen Wert haben, wenn unsere Kinder irgendwann in 10 Jahren das Abitur machen, aber nichts mit sich und der Welt anfangen können. Wir müssen dafür sorgen, dass sie gerüstet sind. Sie müssen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen erlangen und behalten. Unsere Kinder werden stärker als wir sein müssen, um den Anforderungen des Lebens gerecht zu werden. Sie müssen in einem nie dagewesenen Umfang lernen zu denken und zu fühlen. Sie müssen lernen sich selbst und andere zu stärken.

Wir müssen lieben und Liebe lehren, aber auch Abgrenzung und Eigensinn. All dies erfordert Zeit, die wir scheinbar nicht mehr zu erübrigen haben. Doch wir müssen sie uns nehmen! Es gibt nichts Wichtigeres. Wir werden selbst noch einiges lernen und wachsen müssen. Es wird keine leichte Herausforderung, doch…

wir vergessen sonst in unserer Gesellschaft die Kleinsten – wir müssen mehr Verantwortung für unsere Kinder übernehmen.

Mission Verantwortung – Unternehmensleitwert „Responsibility“ – schön wär‘s

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser, hat in dieser Woche die Verantwortung als den wichtigsten Wert für Siemens genannt und zeitgleich den moralischen Verfall des Kapitalismus beklagt. Soweit die gute Nachricht.

Er zeigt mit dem Finger auf die USA, wo die WallStreet die Führungsetagen beherrsche und beklagt sich über Hedgefonds, die mit wenigen Mitarbeitern riesige Gewinne erzielen. Die Frage, ob deutsche Unternehmen wirklich verantwortungsvoller seien, beantwortete er damit, dass man hierzulande diese Themen jedenfalls deutlich sensibler debattiere als beispielsweise in den USA.

Debatten sind sicherlich ein netter Anfang, aber keine echte Unterscheidung, solange die Umsetzung die gleiche ist. Es scheint mir nicht mehr als ein geschicktes Ablenkungsmanöver eines Spitzenmanagers. Mit welchem Recht zeigt er auf andere? Sicherlich, es gibt immer schlechtere Beispiele. Ob man sich aber an diesen orientieren sollte, bleibt mehr als fraglich.

Siemens erzielte ein Rekordergebnis von mehr als 6,2 Milliarden Gewinn und plant mit der Schließung allein des Werks in Görlitz den Wegfall von 720 Jobs, insgesamt sind etwa 3.400 Jobs in Deutschland dem Stellenabbau zugeschrieben. Wie erklärt uns ein Mann, der von Verantwortung und gesellschaftlicher Verantwortung spricht, diese Zahlen und Maßnahmen?

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dem Unternehmen gehe es lediglich um Subventionen und Steuererleichterungen und böse Zungen sprechen geradeheraus von Erpressung. Eine Stadt wie Görlitz, sensibler Standort an der Achse zu Polen und Tschechien, geschichtsträchtig und schwer gezeichnet von den letzten Jahrzehnten, sollte nicht unter dem politischen Geklüngel einiger mächtiger Unternehmer leiden müssen. Die Menschen, die dem Standort die Treue gehalten haben und diejenigen, die aus Heimatverbundenheit wieder zurückkehrten, haben einen verantwortungsvolleren Umgang verdient. Es geht sowohl für den Bürger als auch für den Staat um weit mehr als Gewinnoptimierung. Dies zu ignorieren ist eine Sache, aber sich hinzustellen und auf andere mit dem Finger zu zeigen, eine andere.

Die digitale Revolution ist auch für die Unternehmen eine große Herausforderung, aber eben auch für die Menschen. Natürlich ist es nicht leicht, den Fließbandarbeiter in eine andere Position zu bekommen, doch auch die Neueinstellung muss nicht zwingend mit einer Standortschließung verbunden werden. Es könnten genauso gut Anreize für den Zuzug geschaffen werden, die auch dem Unternehmen wieder zugute kommen würden. Wer Görlitz kennt, weiß um die hervorragende Lebensqualität vor Ort. Es wäre also eine Bereicherung für das Unternehmen, die Menschen in der Görlitzer Region, die Zuzügler und auch für die überfüllten Standorte anderer Städte, die ein wenig Erleichterung finden könnten. All dies und noch viel mehr könnte allein in Görlitz ziemlich einfach erreicht werden, wenn Siemens seine Verantwortung gegenüber dem Staate und der Gesellschaft gerecht werden würde.

Wer also vollmundig „responsibility“ propagiert, der sollte sich auch daran halten.

 

Ihr

Bernd Kiesewetter