Die Qualitität unserer Entscheidungen bestimmt die Qualität unseres Lebens

Was immer wir vorhaben, wir können nicht durch den Tag kommen, ohne zu entscheiden. 

Morgens früh geht’s los mit der Frage, bleibe ich liegen oder stehe ich jetzt auf und am Abend endet es andersherum. Dazwischen liegen hunderte Entscheidungen, die wir mehr oder weniger bewusst treffen.

Es heißt, die Qualität unseres Lebens hänge von der Qualität unserer Fragen ab. Doch ich denke, die Qualität hängt eher von der Qualität der Entscheidungen ab. Denn die Frage kann noch so gut sein, wenn unsere Entscheidung schlecht ist, wird es wenig nutzen. Schlecht ist natürlich relativ. Es geht vielmehr darum, dass die Entscheidung zu unserem gewünschten Ergebnis passt. 

Wenn Sie gesund und voller Energie sein wollen, wird nicht nur die Frage entscheidend sein, was Ihnen mehr Power gibt, sondern vor allem die Entscheidung, was Sie wirklich essen. 

Wollen Sie geschäftlichen Erfolg, wird schon die Entscheidung, ob und wann Sie aus dem Bett kommen, die erste grundlegende Entscheidung sein. Selbstverständlich gehören viele weitere Entscheidungen dazu, um erfolgreich zu sein. Es gibt wirklich tausende kleine und große wichtige Entscheidungen, die darüber entscheiden, ob wir ein glückliches und erfolgreiches Leben führen.

Ganz so einfach ist der Prozess der Entscheidungen jedoch nicht und wir sollten als erstes die Schritte des Prozesses kennen und verstehen, damit wir lieber, bewusster und besser entscheiden können. 

#Decision – Weil Erfolg deine Entscheidung ist 

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Entscheiden Sie jetzt! 😉

Mentale Vorbereitung ist bei Spitzensportlern für jeden selbstverständlich – nur wir nutzen sie nicht?!

Gestern war ich bei der Pressekonferenz der Global Jumping, dem bevorstehenden Event der Spitzensports unter dem Berliner Funkturm. Es ist die Champions League des Springreitens und mittlerweile zum dritten Male werden die weltbesten Pferde und Reiter in Berlin zu Gast sein. Die letzte große Veranstaltung in Deutschland war vor rund 3 Wochen das alteingesessene Hamburger Derby, bei dem immerhin rund 100.000 Menschen zum Zuschauen strömen. Der Gewinner des Hamburger Derby, Nisse Lüneburg, war zu Gast bei der Pressekonferenz, denn er wird ebenfallls in Berlin an den Start gehen. Neben zahlreichen Informationen wurde die Frage an den sympathischen Spitzensportler gestellt, wie er sich denn bei einem solchen Turnier vorbereite. Denn obwohl er es ja gewohnt ist in großen Arenen zu starten, wäre doch wohl klar, dass der Moment immer wieder besonders sei und evtl. auch Aufregung eine Rolle spiele.

Nisse antwortete in seiner bekannt ruhigen und charmanten Art, dass er sich eigentlich „nicht besonders“ vorbereite und keine bestimmten Rituale pflege. Er persönlich sei froh, wenn er Ruhe habe. Er würde es genießen ganz in Ruhe und alleine den Parcours abzugehen und sich die die ersten Reiter anzuschauen. Er würde vor solch großen Turnieren besonders konzentriert und fokussiert sein.

Ich bin mir sicher, dass das, was er als nicht besonders nennt, für die meisten von uns feste Rituale darstellen würde. Ich glaube auch, wenn wir etwas mehr hinterfragen würden, kämen noch mehr Einzelheiten zum Vorschein, die er jetzt nicht als erwähnenswert empfand. Denn schon der Ausdruck des konzentrierten und fokussierten Zustands folgt nahezu immer gewissen Regeln. Aber wir wissen mittlerweile alle, dass Spitzensportler an Ihrem Zustand zum Wettkampfzeitpunkt mit mentalen Strategien arbeiten (müssen), wenn Sie etwas erreichen wollen. Das bestätigt schon die Frage der Interviewerin!

Doch viel interessanter scheint mir die Tatsache, dass die meisten Menschen diese Techniken in ihrem Alltag nicht nutzen. Denn egal ob im Business oder der Beziehung; wir müssen an unserem Zustand arbeiten, um gute Ergebnisse schaffen zu können. Ich meine nicht, dass Sie wie ein aufgezogenes HB-Männchen durch den Tag gehen sollen, sondern, dass Sie die Möglichkeit nutzen zu bestimmten Zeitpunkten Ihren Zustand zu beeinflussen.

Das ist das, was ich unter Statemanagement verstehe. Da dahinter deutlich mehr als mentales Training versteckt ist, heisst es in meiner Arbeit auch #Statecoaching. Denn die Möglichkeit zu erlernen, zum richtigen Zeitpunkt den eigenen State zu bestimmen, ist eine der wesentlichen Erfolgsgrundlagen.

Herzlichst, Ihr

Bernd Kiesewetter

Mietendeckel – ein Heilversprechen für Ahnungslose

Der Berliner Senat hat für sich bzw. seine Außendarstellung ein neues Heilmittel gefunden: den Mietendeckel. Nun, was auf den ersten Blick mieterfreundlich aussieht, entpuppt sich mal wieder als das Gegenteil. Aber das kennen wir ja bereits von der Mietpreisbremse, bei der jetzt laute Verwunderung über die negativen Ergebnisse geäußert wird.

Lassen Sie uns etwas weiter denken, als Kühe schei… können. Etwas, was dem Berliner Senat offenbar fremd ist:

Die Mieten dürfen 5 Jahre lang nicht erhöht werden. Gut. Wer ist betroffen? Alle Wohnungen außer dem Neubau. Also auch die Wohnungen, die heute sehr günstig sind und die, zu moderaten Preisen vermietet sind. Ja, in der Tat, die gibt es! Es soll tatsächlich Leute geben, die ihre Wohnungen zu moderaten Preisen vermieten. Und tatsächlich, ich kenne sogar einige davon. Sie haben genug Geld, ihnen ist eine gute Mieterstruktur und eine funktionierende soziale Struktur wichtig. Denn sie sind auch weitsichtig genug und wissen, dass nur ein ordentliches Miteinander ihre eigene stressfreie Zukunft gewährleistet und es kontraproduktiv sein kann, den letzten möglichen Euro aus dem Mieter zu „pressen“. Sie sind allerdings etwas beunruhigt und fühlen sich gemaßregelt, wenn sie gezwungen werden fünf Jahre lang nicht anders entscheiden zu dürfen. Und so werden sie wohl eher trotzig und finden reguläre oder auch grenzwertige Möglichkeiten, wie sie ihre Freiheit wieder erlangen und selbst bestimmen können. Und das ganz sicher nicht zum Vorteil der Mieter!

Die sehr günstigen Wohnungen werden keine Pflege mehr erfahren, denn wer bis jetzt, aus welchen Gründen auch immer, keine besondere Pflege oder Modernisierung vorgenommen hat, wird dies in den nächsten 5 Jahren erst recht nicht tun. Wer wird darunter leiden? Richtig, die Mieter!

Dann gibt es noch die Wohnungen, die bereits heute an die Grenze des Möglichen geführt wurden. Sie können in den nächsten Jahren sowieso nicht nennenswert erhöht werden, denn es gilt ohnehin die Mietpreisbremse. Es gibt also auch hier keinen erwähnenswerten Vorteil für den Mieter!

Nehmen einer Reihe nicht schlüssiger oder vielmehr nicht gegebener Vorteile kommen wir nun zu den Nachteilen:

Auch wenn der Staat und die Presse nun aus jedem Immobilienbesitzer einen Immobilienhai macht oder ein rücksichtsloses, das kapitalistische System bis zum Exzess ausnutzendes Wesen, sind Eigentümer oft ganz normale Menschen wie Sie und ich, die ihre Altersvorsorge mit dem Kauf einer Wohnung oder eines Hauses bestritten haben bzw. bestreiten wollen. Sie sind sogar vom Staat dazu animiert worden, damit der Wohnungsbau und die Modernisierungen in diesem Land überhaupt von irgendjemandem gemacht werden. Denn der Staat zieht sich seit den 60er Jahren immer mehr zurück und hat zudem seine landes- und bundeseigenen Immobilienbestände verkauft. Er hat schlichtweg sein Vermögen versilbert und in vollem Bewusstsein seinen Einfluss und damit die Verantwortung für den Wohnungsmarkt in großem Maße abgegeben. Nun verschiebt er die Schuld auf die Investoren und Besitzer von Wohnungen, Häusern oder Wohnanlagen und stellt sie als die nimmersatten Reichen dar. Diese „Reichen“ wiederum trugen und tragen das Risiko in 6 und 7stelliger Höhe ihrer Investitionen und haben auch Zeiten erlebt, bei den sich der Wert ihrer Anlagen halbiert hat, Märkte sich rasant veränderten und sich nur ein Bruchteil der erwarteten Einnahmen realisierte. Einem Wohnungseigentümer, dem ein unfairer Mieter einen 6monatigen Ausfall der Miete beschert, die Wohnung vielleicht auch noch wie einen Sauhaufen hinterlässt, bedrücken nicht nur die Renovierungskosten in oft fünfstelliger Höhe, sondern auch weiter zu bezahlenden Betriebs- und Heizkosten sowie die Kosten für Zins und Tilgung bei der Bank. Ganz abgesehen von Risiken in der Immobilie selbst, gegen die sich keiner versichern kann, trägt der Häuslebesitzer für seine Rendite eben auch ein enormes Risiko. Zugegeben, wer in den letzten 10-20 Jahren in Berlin gekauft hat und nun wieder verkauft, hat in der Regel eine sehr ordentliche Rendite erwirtschaftet. Aber eben nicht mit der Miete, sondern mit der Wertsteigerung. Und die hätte auch andersrum laufen können. Die Mieten selbst bringen oft nicht mehr als 1-2 Prozent auf das Investment.

Zu guter Letzt sei nun aber das eigentliche Problem genannt:

Investoren wenden sich derzeit von ihren Plänen ab und das darf ich Ihnen aus erster Reihe berichten. Sie haben keine Lust in einer Stadt zu investieren, in der sich die Regierung, mir nichts dir nichts, von heute auf morgen etwas ausdenkt und die Bedingungen verändert. Das ist vergleichbar mit einem Spielpartner, der mitten im Spiel die Regeln ändert. Hätten Sie darauf Lust?

Durch die ausbleibenden Investitionen haben aber die professionellen Mitspieler keine Einnahmen, weil der Verkauf ausbleibt. Um neue Wohnungsprojekte in nennenswerter Größenordnung durchzuführen, braucht man aber volle Kassen, sodass der Wohnungsbau zusätzlich ins Stocken gerät. Da beim Neubauvorhaben von der Idee bis zur Umsetzung schnell mal 5 Jahre vergehen, reden wir also von wirklich langwierigen Auswirkungen. Die Folge sind weniger Neubauten, weniger Entlastung am Wohnungsmarkt  und unveränderter bzw. vermehrter Druck auf die vorhandenen Wohnungen für die nächsten 5 bis 10 Jahre.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zu dieser Glanzleistung. Wem aber ist nun mit dieser Deckelung eigentlich geholfen?

Vielleicht ein paar wenigen Politikern, die einige Stimmen der Ahnungslosen einfangen…

Neid macht unglücklich!

Wir kennen sie alle, diese missgünstigen und neidischen Wesen, die uns unseren Erfolg und unser Glück nicht gönnen. Wir hätten eben nur Glück gehabt oder es war alles nur Zufall, wir hätten es nicht verdient und überhaupt. Ob es um materielle oder um andere Dinge geht, sie gönnen uns unseren Gewinn nicht.

Wir erleben es immer wieder: Menschen machen andere Menschen schlecht, um selbst größer, besser, schöner, schlauer, schneller und was weiß ich nicht alles zu sein. Der Hintergrund ist menschlich, sie wollen sich besser fühlen. Und mit diesem Verhalten gelingt es ihnen auf Anhieb. Allerdings nicht länger als einen kurzen Moment.

Sie blockieren andere, reden ihnen Schwächen ein oder legen Ihnen Steine in den Weg, nur damit sie nicht ebenbürtig werden oder gar an ihnen vorbeiziehen. Manchmal bekämpfen sie sie sogar, mit den unterschiedlichsten Methoden. Leise und laut, bewusst und unbewusst, strategisch oder spontan, klug oder dümmlich – alles, um ihren eigenen Stand nicht zu verlieren. Leider etwas kurz gedacht!

Denn es gibt immer nur zwei Möglichkeiten: Erstens könnte es ihnen gelingen. Und zweitens eben nicht. Doch in beiden Fällen sind die Folgen für sie als Neider negativ! Und wenn sie mal selbst ihr Gehirn zum Denken nutzen würden, wäre es ihnen auch klar. Sie müssten nicht besonders schlau sein, um es zu verstehen, doch sie müssten eben das tun, was für sie anstrengender zu sein scheint, als zu neiden. Das Denken! Ganz besonders wertvoll ist die Anwendung dessen vor der Ausführung von Taten, da dann das Ergebnis häufig vorher klar ist und unnötige Umwege und Handlungen erspart. Richtig angewandt, kann es sogar viele Korrekturen überflüssig machen und für ein einfaches Gelingen sorgen. Doch da diese Areale des Gehirns bei vielen Leuten untrainiert vor sich hinschlummern, ist die Anwendung erst einmal anstrengend und muss geübt werden. Wir können ihnen allerdings versprechen, es lohnt sich!

Trotzdem er natürlich den Aufwand der eigenen Anstrengung spart, der Neider hat in beiden Fällen keinen eigenen Vorteil. Er kann, wenn ihm das Wegbeissen gelingt, maximal seinen Stand halten und verteidigen. Er wird sich jedoch keinesfalls weiterentwickeln, er wird selbst nicht wachsen. Da durch Halten aber keine Glücksgefühle entstehen, bleiben diese ihm selbst im „Erfolgsfall“ versagt. Doch er schadet sich nicht nur selbst, sondern fügt zusätzlich noch dem anderen einen Schaden zu. Möglicherweise lässt er oder sie sich wirklich entmutigen oder blockieren.

Gelingt es ihm nicht, sorgt er erst recht für seinen eigenen Frust. Denn wenn, trotz aller Bemühungen, das Gegenüber „besser, schneller, schöner“ wird, ist die eigene Frustration umso größer. Es bleibt nicht nur ein Glücksgefühl aus, sondern schafft regelrecht ein Gefühl von Unglück. Zusätzlich bleibt die eigene Entwicklung auf der Strecke, was die Sache nicht besser macht.

Es wäre so leicht zu gewinnen!

Er könnte seine Missgunst abstreifen und sich auf die Unterstützung des anderen einlassen. Es schafft eine Wettbewerbssituation und er kann sich damit selbst anspornen, damit er sich in jedem Fall weiterentwickelt und besser wird. Glücksgefühle sind also vorprogrammiert, auch wenn er den Wettstreit nicht gewinnen sollte. Gelingt ihm auch dies, wird er gleich doppelt belohnt. Und obendrein kommt noch die gewonnene Freude aus dem eigenen starken, unterstützenden Verhalten. Und egal, wie das Gegenüber reagiert, gibt es noch eine Anerkennung von anderer Seite als Bonus.

Es wäre so leicht zu gewinnen. Wenn er sich auf sich und seine Ergebnisse konzentrieren würde.

 

Ihr

Bernd Kiesewetter

Spenden-Bashing Notre-Dame / Ungerechtigkeit, Neidgeschwür oder Aufklärungsmangel?

Die drei reichsten Familien spendeten sofort 500 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Kathedrale und das Netz überschlägt sich mit Kritik über das schnelle Engagement für ein „Gebäude“, im Vergleich zu ihrer Meinung nach deutlich wichtigeren Aufgaben. Die Gegenseite ist nicht weniger radikal in ihren Aussagen. Der Stern zum Beispiel betitelt die Kritiker als „Mittelmäßige, Neider, Besserwisser und Schlechtmacher, die das tun, was sie am besten können: rumnörgeln und die Taten anderer zerreden“.

Eine Lose-lose-Situation: Die Hetze verdirbt sowohl den Kritikern selbst als auch den Spendern die Laune, ähnliche Engagements bleiben aus und andere Projekte bekommen auch nicht mehr Gehör und Zustimmung.

Für den gescheiten Menschen stellt sich die Frage der Kritik erst gar nicht, denn die Spenden einer privaten Familie in dreifacher Millionenhöhe dankbar anzunehmen, ist schlichtweg eine Pflichtveranstaltung. Wer hier über Moral und Werte diskutieren will, darf getrost bei seiner guten Kinderstube ansetzen und damit bei „Bitte und Danke“ anfangen. Wer die Humanität durch einen Einsatz für ein Gebäude in den Hintergrund gesetzt sieht, sollte etwas tiefer einsteigen. Welcher Vorteil ergibt sich wohl aus dem für mind. 5 Jahre geplanten Wiederaufbau für die Menschen? Hier geht es nicht nur um die etwa 14 Millionen Menschen, die jährlich Notre-Dame besuchen und die Zahl wird durch das Feuer sicher nicht kleiner. Geschätzte 49 Millionen Leute bringen ihr Geld jährlich als Besucher in die Hauptstadt Frankreichs und nähren damit nicht nur den arbeitenden Hotelier und Gastronom, sondern alle mit dem Tourismus verbandelten Menschen und deren Familien. Hier wird oft der Zusammenhang übersehen, dass ein Gast nicht nur die Tickets für die Museen und den öffentlichen Nahverkehr kauft, sondern sein Besuch auch den Handwerker am Leben erhält, der die Toilette im Restaurant repariert oder die Möbel für das Hotel baut. Der Groß- und Einzelhandel der Lebensmittelindustrie wird ebenso bedient wie zahlreiche Dienstleister und Transportunternehmer. Gleiches gilt für Notre-Dame mit all seinen Mitarbeitern. Und in den nächsten Jahren darüberhinaus alle mit dem Wiederaufbau beschäftigten Unternehmer, Angestellte und ihre Familien, die wiederum Geld in den Wirtschaftskreislauf einbringen können. Ein bisschen weiter gedacht dürften die Spenden der drei reichsten Familien Frankreichs damit für ein enormes Wirtschaftspotential sorgen und im besten Fall die daraus resultierenden Spenden der profitierenden Beteiligten ein Vielfaches der jetzigen Summe betragen.

Wir sollten unseren Fokus überdenken. Diese reisserischen und hetzerischen Artikel finden weiterhin das meiste Gehör, weil wir es nun im 21. Jahrhundert immernoch versäumen, die Bildung in den Vordergrund zu stellen. Auch heute noch verkauft sich die blutige Überschrift der Bild-Zeitung am besten, weil das Volk weiter für dumm verkauft wird. Als könne der einfache Bürger die Zusammenhänge sowieso nicht begreifen. Auch wenn dem sicher nicht so ist – selbst wenn es so wäre, sollte die erste Aufgabe wohl sein, dafür zu sorgen, dass es anders wird!

In diesem Sinne heißt es wieder einmal Verantwortung übernehmen – für mehr und bessere Informationen und deren Überbringung. Denn wer mit seinen Aussagen die Menschheit spaltet, sorgt ganz sicher nicht für Verbesserung in Sachen Humanität. #MissionVerantwortung

Ihr

Bernd Kiesewetter

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkauf der Trümpfe der Wirtschaft

„Mit Kuka erreichten die Diskussionen über die Übernahmeoffensive chinesischer Investoren in Deutschland ihren Höhepunkt. Der Vorstandsvorsitzende Till Reuter verlässt überraschend den Roboterbauer. Nach der Übernahme hat sich das Verhältnis zu den Investoren verschlechtert.“

So lautet die Nachricht im Handelsblatt. Doch was genau ist hier überraschend?!

Die Tatsache, dass die Chinesen ihre eigenen Interessen nach ihren eigenen Maßstäben vertreten, konnte doch nicht ernsthaft angezweifelt werden? Es ist keine Überraschung, wenn nach einer Firmenübernahme das alte Führungspersonal nur für die Übergangszeit benötigt wird. Sollen wir wirklich davon ausgehen, dass unsere Spitzen der Wirtschaft derart naiv vorgehen?

Der Abgang Reuters erinnert ein wenig an den Fall Grammer. Das Management des Autozulieferers hatte die Übernahme durch Ningbo Jifeng mit eingefädelt. Doch kaum hatten sich die Chinesen die Grammer-Mehrheit gesichert, machte sich dort die komplette Führung mit einer hohen Abfindung aus dem Staub. Zwar ist der Fall mit Reuter nur bedingt vergleichbar – Reuter hatte den Midea-Vorstoß früh begrüßt, blieb aber mehr als zwei Jahre im Amt und wäre grundsätzlich gern noch länger geblieben. Doch müssen sich die Arbeitnehmer in beiden Fällen darauf verlassen, dass die Job- und Standortgarantien auch ohne die Führung eingehalten werden, die sie ausgehandelt hatte. Bei Kuka sind es immerhin etwa 14.000 Mitarber!

Einmal mehr jedenfalls zeigt dieses Beispiel wie verantwortungslos mit den Trümpfen unserer Wirtschaft umgegangen wird. Der Robotik Konzern wurde wohl sicher nicht ohne Grund ausgewählt, sondern um sich Wissen und Forschung zu sichern. Mit den persönlichen Fehlentscheidungen, oder womöglich uns nicht bekannten anderen persönlichen Interessen, geht nun ein ganzer Konzern mit all seinem Vorsprung ins Ausland.

Vergeblich hatte die Bundesregierung versucht, eine Übernahme von Kuka durch die chinesische Firma abzuwehren und hatte dafür geworben, dass sich deutsche Unternehmen beteiligen. Die Robotik gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und man versuchte zu verhindern, dass zukunftsträchtige Technologie aus Deutschland nach China abwandert. Angesichts der Übernahme sprach sich EU-Kommissar Günther Oettinger für ein europäisches Außenwirtschaftsgesetz aus und schlug vor für „strategisch wichtige Wirtschaftsbereiche“ zu prüfen, was national oder auf europäischer Ebene getan werden könne, um Wertschöpfung und Forschung auch künftig in Europa zu halten.

Ich bin weiß Gott kein Fan von staatlicher Regulierung der Wirtschaft. Doch so wie wir heute aufgestellt sind, scheint eine Einmischung unumgänglich, sofern wir auch morgen noch unsere Standards erhalten möchten.

Mission Verantwortung gilt vor allem auch der Wirtschaft.

 

#State-Management #Erfolge #Ziele

Wir alle stecken voller Wünsche seit Kindheitstagen. Wer hätte sie nicht gern bei sich, diese Fee, die plötzlich auftaucht und uns drei Wünsche bedingungslos erfüllen möchte?! Manchmal wagen wir es, unseren Träumen bis ins hohe Alter zu folgen, doch häufig bleiben sie im Laufe des Lebens in unserer Realität auf der Strecke. Zu viele gescheiterte Versuche und Misserfolge halten uns sogar häufig davon ab, uns überhaupt weiterhin Ziele zu setzen. Doch das ist mehr als schade, denn wirklicher Misserfolg entsteht nur selten durchs Scheitern – sondern durch die nicht unternommenen Versuche.

Gewünschte Erfolge umzusetzen und gesteckte Ziele zu erreichen ist immer eine Frage der Verantwortung, denn wir tragen die volle Verantwortung für unsere Leben und damit auch für unsere Ziele und Erfolge.

Im ersten Schritt gilt es die eigene Verantwortung zu erkennen, auszuloten und anzunehmen. Doch im zweiten Schritt müssen wir sie nicht nur tragen, sondern ihr auch gerecht werden und wenn wir das schaffen, dann ist das eine Erfolgsgarantie! Um dies jedoch zu leisten, bedarf es einer starken und echten Entscheidung UND der anschließenden konzentrierten, kontinuierlichen Umsetzung.

Unsere wichtigste Grundlage ist dabei unser State. Denn wir benötigen einen herausragenden Zustand, um eine solche Entscheidung zu treffen und wir brauchen eine sehr starke Verfassung, um der Umsetzung jederzeit treu zu bleiben.

Ein exzellentes Beispiel ist die Drogensucht, denn hier werden die natürlichen Vorgänge durch fremde Substanzen extrem verstärkt und um eine Änderung herbeizuführen, bedarf es noch deutlich größerer Anstrengungen. Wenn also jemand seine Sucht und sein Verhalten verändern will, braucht er nicht nur eine kleine Entscheidung und die anschließende Aufmerksamkeit für die Umsetzung. Nein, er braucht einen herausragenden Zustand, eine extrem starke Verfassung! Und zwar nicht nur für die Entscheidung, sondern auch für jeden Zeitpunkt danach, für nahezu jeden. Da wir schlicht nicht ständig in Top-Performance unterwegs sein können, muss er also zumindest in der Lage sein, seinen Zustand zu jeder Zeit in Sekundenschnelle zu beeinflussen. Er muss ein Meister des State-Managements werden, um überhaupt eine Chance für die Suchtfreiheit zu haben.

State-Management ist die stärkste Grundlage für jeden Erfolg, jede Zielerreichung und ein glückliches Leben.

 

 

 

Unfassbar verantwortungslos!

Es ist unfassbar, wieviel Dreistigkeit und Dummheit hier aufeinander treffen:

Straßenzüge in Berlin und anderswo werden künftig gesperrt, angeblich der Umwelt zuliebe. 

Lassen wir uns doch bitte nicht verscheissern:

Eine schöne Verkaufsmasche – die Autolobby hat ganze Arbeit geleistet. 

Die eine Gruppe von Menschen hat nun Panik und wird den Verlust sofort in Kauf nehmen. Sie rüsten in seltenen Fällen nach (weil es oft gar nicht geht) und kaufen in den allermeisten ein neues Auto. Damit sie nicht fremdgehen, gibt es so genannte Umtauschprämien. Die sind natürlich leicht beim Verkauf eines neuen Fahrzeugs einzupreisen und daher für den dummen Kunden völlig undurchsichtig. Der Autohersteller, der uns Kunden mit seiner Schummelsoftware schlicht betrogen hat, wird mit neuem Umsatz belohnt. Großartig!

Würden Sie und ich eine solche Manipulation begehen, würde uns das Strafgesetzbuch schneller ins Gefängnis führen, als wir uns erklären könnten. Auf unsere Firma würde dabei keine Rücksicht genommen werden.

Hier wird aber nicht nur die Schuld ungeahndet bleiben (in den USA gibt es Milliarden Entschädigungen), sondern der Betrug auch noch mit neuen Zwangs-Verkäufen belohnt. Unfassbar!

Und obendrein wird der Kunde noch zur Rechenschaft gezogen und muss die Konsequenzen tragen. Die Hersteller übernehmen also nicht etwa Verantwortung für ihre Fehler, sondern übertragen sie auch noch auf den Kunden. Wieder einmal wird dem „kleinen Mann“ gezeigt wie Macht negativ ausgenutzt werden kann und wieder gibt es einen Tropfen mehr, der die Unzufriedenheit der Gesellschaft steigen und an vielleicht ganz anderer Stelle aufkochen lässt. Und dann sind alle wieder ganz erstaunt und verwundert über soviel aufgestauten Frust…

Soweit so gut, aber das ist nur die eine Seite und der Zweck des Umweltschutzes ist ohne Frage wichtig.

Ich bin Freund des Unternehmertums, doch die besten Geschäfte werden uns nichts nützen, wenn wir keine Luft mehr zum Atmen haben.

Insofern muss die Erhaltung unserer Umwelt eine höhere Priorität als jedes Business und jedes private Interesse haben! Ganz klar, und wer das nicht versteht, soll sich schon jetzt auf einen anderen Planeten begeben. Ach, das geht nicht? Na dann müssen wir wohl alle an einem Strang ziehen. 

 

Doch schauen wir uns nun an welchen Nutzen die Regelungen für unsere gute Luft haben werden: 

Die eine Gruppe hat umgerüstet und umgetauscht. Die schauen wir uns gleich noch genauer an. 

Die anderen sind etwas hartleibiger. Sie wissen, dass der Plan so nicht umsetzbar ist und fahren weiter. Oder, wenn ich als Besitzer eines Diesel 5 Fahrzeuges künftig nicht mehr durch Teile der Leipziger Straße oder der Friedrichstraße fahren darf, was werde ich wohl tun? Richtig, ich werde sie umfahren! So werden also Millionen von Autos einfach eine neue Route nehmen und neue Straßen mit den gleichen Abgasen verschmutzen. Oder sind die Stickoxide in einer anderen Straße sauberer und weniger schädlich?! 

Zuletzt wird auch mit der Umrüstung noch nicht das Problem gelöst, denn immer mehr Fahrzeuge machen immer mehr Dreck. Verstehen Sie mich bitte richtig, ich selbst bin genauso betroffen, doch wir müssen andere Lösungen für die Mobilität in der Stadt finden müssen!

Das geht nicht von heute auf morgen, aber wir müssen Lösung anstreben und nicht das Problem schönreden. Wir tragen die Verantwortung für die Verunreinigung der Luft und wir sind auch verantwortlich dafür, dass wir und unsere Kinder atmen und gesund bleiben können. Das betrifft uns Nutzer genauso wie den Staat und die Industrie. 

Also meine Damen und Herren der Automobilindustrie: übernehmen endlich auch Sie die Verantwortung für Ihr Handeln UND unsere gemeinsame Zukunft! Nur so wird auch ihr Unternehmen morgen noch eine Rolle spielen! 

Große Hoffnungen & riesige Bedenken – eine persönliche Offenbarung

Die Reaktionen auf die Zusammenarbeit mit der BILD-Zeitung waren meist negativ. Warum mache ich das und warum ausgerechnet mit diesem Blatt?

Natürlich bin ich selbst skeptisch und sogar ein wenig ängstlich, doch dazu kommen wir gleich…

In erster Linie freue ich mich über die Aufmerksamkeit, um mein Buch „Mission Verantwortung – Weil Erfolg deine Entscheidung ist“ zu präsentieren. Einen besseren Einstieg kann man sich nach Meinung der Experten nicht wünschen, weil sich alle Welt dranhängt und berichten will. Natürlich will jeder Autor, dass sein Buch vielfach verkauft wird und ein Erfolg wird und ja, selbstverständlich geht auch um mein Ego. Aber es geht auch um deutlich mehr als mich selbst! Es geht um eine Message, eine Botschaft. Es geht um meine Mission, die da genauso heißt wie dieses Buch: Verantwortung.

Ich habe in allen Lebensbereichen erfahren, dass die Verantwortung der Schlüssel zu einer wesentlichen Veränderung und letztlich Verbesserung ist. Sie lässt uns Ziele erreichen, Erfolge erzielen und Wünsche Realität werden. Sie lässt uns Unfreiheit überwinden und echte Freiheit erlangen. Sie macht keineswegs ein rosarotes Leben, doch sie lässt uns glücklich sein, trotz aller Herausforderungen des Lebens, und schenkt uns die Möglichkeit eine tiefe Zufriedenheit zu erlangen.

Ich will davon berichten und anderen meine Sicht nicht aufdrängen, aber aufzeigen. Ich weiß nicht, ob sie das Nonplusultra ist, aber ich glaube fest daran, dass sie jedem Menschen helfen kann! Die Opferrolle zu verlassen und eigene Entscheidungen für ein wirklich selbstbestimmtes Leben zu führen ist nichts für Feiglinge und erfordern viele Eigenschaften. Deshalb bin ich angetreten, um mit meinen Geschichten Mut zu verbreiten, die Erfordernisse darzulegen und zu zeigen, dass sich der Aufwand lohnt. Es gibt zwei Seiten und wir können selbst bestimmen.

Aber es ist eben nicht nur das positive Denken oder die Meditation, die uns ein besseres Leben schenkt, sondern unser Denken und Handeln! Wir müssen unsere Verantwortung erkennen, annehmen und tragen. Doch zu guter Letzt müssen wir der Verantwortung auch gerecht werden. Denn wenn wir das schaffen, dann ist Erfolg garantiert!

Das gilt für unsere Gesundheit und Fitness genauso wie für unsere Finanzen, Beziehungen, unseren Beruf und unseren Spaß. Doch es gilt eben nicht nur für alle Bereiche des eigenen Lebens, sondern auch weit darüber hinaus.

Wir können die Verantwortung für andere übernehmen und ihnen Unterstützung bieten, egal ob es unsere eigenen Kinder oder andere Kinder sind, ob es unsere Partner, Familienmitglieder oder Fremde sind, wir können immer einen Beitrag leisten.

Natürlich sind wir nicht in der Lage die Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen, aber wir können einen Beitrag leisten. Genauso wie in unserem Dorf, der Gemeinde, Stadt, dem Land oder Kontinent.

Wir können für die Politik, den Umweltschutz oder die Tierwelt Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass die Welt ein kleines Stückchen besser wird. Selbst wenn es am Ende nicht gelingen würde, so hätten wir doch einer guten Sache gedient.

Ich glaube fest daran, dass wir mehr Verantwortungsbewusstsein und -begeisterung einen riesigen Schritt für unsere planetarische Gemeinschaft leisten können und damit auch immer für uns selbst. Deshalb ist mir die Verbreitung meiner Botschaft so wichtig und die BILD höchstwillkommen.

Doch machen wir uns nichts vor: sie reden mit mir nicht wegen meiner hehren Motive. Sie wollen eine Story, die sich verkaufen lässt! Und ich habe eine Story…

Sie sind keine Informationsgeber mit edlem Gemüt, sondern das immernoch auflagenstärkste Blatt Deutschlands mit fast 10 Millionen Lesern und sie leben von reißerischen Headlines. Auf den ersten Blick enthält die Bild-Zeitung leichte Unterhaltung, Klatsch- und vor allem Skandalberichte. Sie vermittelt dabei eine Weltsicht, die dramatisiert sowie auf Sensation fixiert dargestellt wird. Gleichzeitig ist die Bild-Zeitung wegen ihrer als polemisch empfundenen Art, ihres Hangs zur Vereinfachung und ihrer Sensationslust häufig der Kritik ausgesetzt.

Ich habe eine Story, die gerade in diese Landschaft passt: Der Ex Rad-Profi Jan Ullrich ist am Boden… Krise… Sucht… Die Verbindung zu mir. Cocaethylen. Kokain. Alkohol. Es ist eine meiner persönlich schwersten Krisen des Lebens. Es ist ein Teil meiner Vergangenheit.

Krisen und Schwachstellen zu offenbaren und sogar öffentlich zu machen ist nicht ganz ohne, in der Bild-Zeitung eine völlig neue „Qualität“. Es ist nicht lustig, seine Schwachstellen zu offenbaren. Die Schmerzen waren riesig und sind bei jedem Gespräch wieder da. Wie soll es werden, wenn mehr als eine Million Menschen davon lesen?! Was wird das Boulevardblatt daraus machen? Welche Fehler werden eingebaut, um die Geschichte noch dramatischer darzustellen, als sie ohnehin schon ist? Welche alten Wunden werden aufgerissen und welche neuen hinzugefügt? Auch wenn ich es wohlüberlegt habe: Ich habe keine Ahnung, worauf ich mich da wirklich einlasse.

Meine Frau und meine Kinder haben in dieser Zeit noch viel mehr glitten als ich. Sie konnten es sich zu keiner Zeit aussuchen, sie konnten eigentlich nie etwas tun. Sie waren machtlos. Immer ging es nur um mich. Wie ist es für sie, wenn diese Geschichte mit vielen Einzelheiten öffentlich wird?! Wenn die Freunde und Kollegen plötzlich staunend nachfragen? Oder andere tuschelnd in der Ecke stehen und mit dem Finger auf sie zeigen. Wieder sind sie ausgeliefert. Meiner Geschichte ausgeliefert.

Natürlich habe es mit ihnen besprochen und abgestimmt. Doch genauso wie ich wissen sie nicht was da kommt…

Ich habe das Buch geschrieben, um mehr Verantwortung in die Gesellschaft zu bringen. Ich wollte und will die Sicht auf unsere Pflichten verändern. Ich wünsche mir, dass wir erkennen, das Pflichten und Verantwortung viel positiver sind, als wir zumeist meinen. Weil ich es in meinem Leben erfahren habe, in zig Bereichen!

Ich habe so viele schwere Krisen erlebt, dass selbst mein extrem starkes und sonniges Gemüt mehrfach und erheblich ins Zweifeln geriet. Heute ergibt alles einen Sinn. Die Anzahl und Stärke meiner Probleme haben mich nicht nur noch stärker gemacht, sondern dürfen nun auch Mut und Hoffnung machendes Beispiel sein für andere, um ins Handeln zu kommen.

Die Bewältigung einer Sucht ist eines der schwierigsten und stärksten Aufgaben des Lebens. Ich habe sie deshalb als Beispiel gewählt, weil sie extrem ist. Sie zeigt auf, was möglich ist – im Schlechten wie im Guten. Sie zeigt, dass ein Happy End möglich ist. Sie macht Mut, lässt die eigenen Probleme vielleicht etwas kleiner erscheinen und gibt Kraft zu glauben und die Dinge anzugehen.

Ich habe mich mit diesem Teil meiner Geschichte extrem geöffnet, mich offenbart, nackend gemacht und bin nun ungeschützt – es ist die Einleitung meines Buches. Nun bin ich extrem angreifbar und meine Berater weisen auf das Risiko hin, dass ich als Ex-Junkie abgestempelt werde. Natürlich, das kann passieren. Wer mir persönlich begegnet ist, dem kommt es nicht in den Sinn. Doch es gibt keine persönliche Begegnung in der Bild-Zeitung …

So bin ich also nicht nur froh und guter Dinge, sondern auch etwas ängstlich und in Sorge, was sie aus mir und meiner Geschichte machen werden. Ich habe mich in die Höhle des Löwen begeben. Seien wir gespannt, was daraus wird ….

 

 

Angelique Kerber gewinnt Wimbledon – eine mentale Höchstleistung!

In dem Moment, als sich ihr Kindheitstraum erfüllte, sank Angelique Kerber wie vom Blitz getroffen auf die Knie. Schluchzend und weinend vor Glück lag sie auf dem heiligen Rasen von Wimbledon. Als erste Deutsche seit der großen Steffi Graf vor 22 Jahren hat die Kielerin den prestigeträchtigen Grand-Slam-Klassiker in London gewonnen. Im gestrigen Finale besiegte sie US-Superstar Serena Williams und schrieb damit ein weiteres Sommermärchen für die Sportnation Deutschland. Es war eine mentale Höchstleistung, denn ihre Gegnerin ist für ihre unglaubliche Stärke bekannt und verzeiht keine Fehler.

Es ist das wichtigste Tennis-Turnier der Welt und verspricht seinen Siegern ewigen Ruhm.

“Ein Traum ist heute wahr geworden… Ich glaube, heute ist der schönste Tag in meiner Karriere. Ich wollte als kleines Kind Wimbledon gewinnen. Das kann mir niemand mehr nehmen”, sagte sie emotionsgetragen.

Und nun haben es wieder alle gewusst… Eine Heerschaar von Menschen wird ihr gratulieren und ihr beteuern, immer von ihrem Sieg überzeugt gewesen zu sein. Tatsächlich glauben diese Menschen das dann wirklich und haben all den Zweifel der letzten Jahre vergessen bzw. ausgeblendet, auch weil sie sich insgeheim eine große Siegerin an ihrer Seite gewünscht haben. Für die Sportlerin gibt das Leben nun damit eine weitere anspruchsvolle Etappe und die nächste mentale Herausforderung auf.

Angelique Kerber hat nach vielen harten Jahren, davon alleine 15 Profijahren, endlich ihr großes Ziel erreicht. Herzlichen Glückwunsch, liebe Angie!

Aber die Geschichte davor haben plötzlich alle vergessen: trotz höchstem Einsatz und dauerhaftem Engagement hatte sie lange nicht den gewünschten durchschlagenden Erfolg und war der Versuchung des Aufgebens bereits fast ergeben, als 2016 endlich ihr persönlicher Durchbruch und ihr bestes Jahr erfolgte: Brisbane International Finale, Sieg der Australien Open, Fed-Cup, Finale von Wimbledon, Silbermedaille olympische Spiele, Sieg der US Open, Finale WTA Championships waren nur die wichtigsten Erfolge, die ihr das „Silberne Lorbeerblatt“, den „Bambi“, den Titel „Deutschlands Sportlerin des Jahres“ und den zweiten Platz bei der Wahl zu „Europas Sportlerin des Jahres“ einbrachten.

Doch die Siegesserie riss in 2017 schon wieder ab und die Stimmen wurden laut, dass es eben doch nur eine „Eintagsfliege“ gewesen sei.

Können Sie sich in etwa vorstellen, wie schwierig dies für Angelique Kerber in den Jahren zuvor und danach gewesen sein muss? Können wir uns ansatzweise vorstellen, welche mentale Herausforderung dies darstellte?

Wir leben in einer extrem schnellen und harten Gesellschaft und wir vergessen zu oft die Menschlichkeit. Selbstverständlich geht es hier im Tennis wie beim Fußball, im Boxen oder in der Formel 1 um Höchstleistungen, außergewöhnlich viel Geld und Ruhm. Ja, natürlich weiß jeder Sportler bereits bei Karriereanfang um den Preis seiner Erfolge, wenn er sie denn jemals erreichen sollte und ja, in der Theorie hat es bisher auch noch jeder verstanden. Doch wir sind alle Menschen aus Fleisch und Blut und das Steuern der Gedanken und der Gefühle ist ein Prozess, der vielen niemals annähernd gelingt. Weder im Sport noch im Leben. Denken Sie an sich selbst und überlegen Sie einmal, wie Sie mit schwierigen Situationen in der Praxis umgehen und wie Sie es sich vorher in der Theorie vorgenommen hatten. Verstehen Sie, was ich meine?!

Die mentalen Herausforderungen sind heute im Sport größer denn je zuvor. Das liegt an mehreren Aspekten, einer der wichtigsten davon ist sicher die Marginalität der Steigerbarkeit der körperlichen Leistungen. Doch die psychischen Anforderungen sind nicht nur im Sport selbst, sondern auch in jedem anderen Bereich des Lebens gewachsen. Und so wie es den Athleten im Sport besonders hart trifft, so trifft es ihn auch in allen anderen Lebensbereichen. Die Folgen haben wir bereits mehrfach erleben müssen, Spitzensportler tauchten mit Depressionen ab oder entscjieden sich im schlimmsten Fall sogar für den Suizid. Der Profi von heute braucht nicht nur mehr Unterstützung durch sein Team, seine Trainer und seine Mentalcoaches, sondern auch durch uns alle – die Öffentlichkeit.

Wir sind in der Verantwortung diesen Menschen gegenüber und auch wenn die heftige Reaktion der Presse ein Preis der Karriere ist, so sollten wir dennoch nicht übertreiben und sorgsam damit umgehen. Schließlich sind sie es, die uns mit ihren Opfern und ihrem ungewissen jahrzehntelangen Einsatz glänzend unterhalten. Danke <3

 

Ihr

Bernd Kiesewetter