Ohne uns sind Spitzensportler aufgeschmissen!

Sportler können ohne professionelle Mentaltrainer nicht mehr bestehen.

Der erste Schock ist verdaut, die Nachwehen der Fußball-WM beginnen.
Die Öffentlichkeit ist noch lange nicht beruhigt und die Presse wird noch viel Zeit mit der Aufarbeitung verbringen. Die Sportler sind erst einmal abgetaucht und versuchen ihre Ruhe zu finden, der Trainerstab muss seine Ratlosigkeit verarbeiten. Es wird alles noch dauern…

Es gibt viele verschiedene Meinungen, warum unsere Mannschaft so früh ausgeschieden ist, doch in einem sind sich alle einig: Es waren nicht die fehlenden Fähigkeiten, sondern es ging nur um die mentale Stärke! Die Einstellung der Mannschaft war schuld am Scheitern!

Doch wodurch nun wird die Einstellung der Mannschaft bestimmt? Wie kommt die Haltung der Fußballprofis zustande und wovon hängt sie ab? Wie geht man damit um?
Es gibt viele einzelne Komponenten, doch eines ist glasklar: Die mentale Ausrichtung jedes einzelnen Spielers ergibt in der Summe die geistige Haltung der Mannschaft! Jeder einzelne Spieler muss nicht nur sportlich, sondern zwingend auch geistig auf höchstem Niveau unterwegs sein, wenn große Erfolge erreicht werden wollen. Nein, heute gilt es bereits für die Bewältigung der normalen Aufgaben im High-Performance Bereich zu sein, wie man an der Weltmeisterschaft in Russland sieht. Das Bestehen der Vorrunde galt es unangezweifelte Pflichtaufgabe und die Gegner als durchaus besiegbar. Doch kleinste Verunsicherungen genügten, um die ohnehin nicht eingeschworene Gemeinschaft in Wanken zu bringen und die gemeinsame Ausrichtung zu stören. Das Leben nahm seinen Lauf, das Ergebnis ist bekannt.

Im Einzelsport ist es längst üblich, dass der Sportler sich einen Mentalcoach an die Seite stellt. Viel zu hoch sind heute nicht nur die täglichen Anforderungen des Sports, sondern insbesondere auch die alltägliche Belastung als Mensch. Der Druck der Öffentlichkeit ist heute größer als je zuvor und das digitale Leben verbessert zwar die Einkommenssituationen der Sportler, öffnet jedoch auch eine weitere Tür zum gläsernen Leben des Künstlers und erhöht damit den persönlichen Druck erheblich. Jede Minute des persönlichen Lebens ist streng limitiert und dank des enorm hohen Leistungsniveaus in allen Sportarten dieser Welt, reichen kleinste Fehlschläge und Versäumnisse, um eine persönliche Karriere zu beeinflussen. Manchmal genügen schon Kleinigkeiten und die Karriere ist von heute auf morgen beendet. Die stetige Verbesserung in nahezu jedem Bereich des Lebens, vorallem aber die anhaltende Optimierung über Jahrzehnte im Leistungssport, hat ihren Preis.

Natürlich ist der Sportler damit aber Anforderungen ausgesetzt, die bereits in den Jahren der Vorbereitung auf dem Weg zur Weltspitze schier unmenschlich erscheinen. Wir sind aber, egal wie willensstark und diszipliniert, auch einfach „nur“ Menschen und daher KANN ein Spitzensportler ohne professionelle Betreuung in allen Segmenten gar nicht mehr auskommen. Es ist schlichtweg unmöglich, jeden Tag die richtigen Dinge zu tun und dabei noch richtig zu denken. Jeder Mensch ist dabei individuell und kann nicht mit Standardprogrammen bedient werden. Die Wege sind völlig unterschiedlich, die Anforderungen individuell und Erlebnisse differenziert. Der Single ist in einer völlig anderen Situation als der junge Familienvater und auch die sonstigen Lebensumstände und Sichtweisen verbieten eine Einheitsbetrachtung. Jeder Sportler muss einen persönlichen Coach für seine mentale Stärke an seiner Seite haben, damit er überhaupt die Chance hat, in der Elite mitspielen zu können. Und er muss ihn lange vor seinen Erfolgen nutzen, um überhaupt dorthin zukommen und kann nicht erst darauf zurückgreifen, wenn erste nennenswerte Erfolge sichtbar werden. Der Mentalcoach ist für die langfristige Zielsetzung und Verfolgung genauso entscheidend wie für die tägliche Motivation, den Umgang mit Krisen und die Überwindung von Grenzen. Unsere Welt ist viel zu schnelllebig geworden, um auf diese Hilfen verzichten zu können. Es geht also längst nicht mehr um einen verzichtbaren Luxus, sondern vielmehr um eine Grundvoraussetzung.

In einigen Sportarten ist dies jedoch immernoch nicht angekommen und merkwürdigerweise gibt es auch im hochbezahlten Segment Fußball noch extrem viele Einzelsportler, die keinen persönlichen Mentaltrainer nutzen, sondern maximal den vom Verein gestellten Coach zur Hilfe nehmen. Einige wenige Sportler haben jedoch bereits die Wichtigkeit erkannt und sichern sich damit ihren Vorsprung – heute jedenfalls noch.

Erinnern Sie sich noch an die Zeit in der Formel 1, als Michael Schumacher wie aus dem Nichts aufzutauchen schien und die Welt des Rennsports eroberte. Man sagt ihm bis heute nach, dass er die Spielregeln des Sports neu definierte. Er trat als einer der ersten Rennfahrer für eine extreme und nie dagewesene körperliche Fitness ein, galt als Genie des Automobilverstandes UND trainierte von Anfang an und immerfort seine mentale Fitness. Heute gibt es keinen einzigen Rennfahrer mehr, für den diese Dinge nicht eine Selbstverständlichkeit darstellen würden. Es ist Standard!

Und genauso wird es auch im Mannschaftsport Fußball unerlässlich werden, wenn wir künftig noch eine Rolle im weltweiten Wettstreit spielen wollen. Talente, Trainingszustand, fußballerische Fähigkeiten und Strategien sind heute keine Besonderheiten mehr – Teamgeist und gemeinsamer Wille werden in Zukunft über Sieg und Niederlage entscheiden.

Wie im Fußball, wird es auch in jedem anderen Hochleistungsbereich als Standard gelten, einen professionellen Mentaltrainer an seiner Seite zu wissen. Für andere Bereiche ist dies bereits heute selbstverständlich: der Manager, der Finanzberater, der Physiotherapeut und manchmal gar der hauseigene Orthopäde sind völlig normal geworden. Kein Fußballer käme auf die Idee, seinen Vertrag selbst zu verhandeln oder seine Steuererklärung auszufüllen. Denn nocheinmal: die Anforderungen sind einfach zu hoch geworden! Der Sportler ist ohne die richtige Unterstützung gar nicht in der Lage all dies zu bewältigen und gleichzeitig sportliche Höchstleistungen zu erbringen.

Fazit: Ein Profisportler braucht einen Trainer für seinen Kopf. Seine Seele, seine Gedanken und seine Konzentration erfordern die Begleitung durch Profis.
Vielleicht kann ein Spitzensportler sogar schon heute nur noch durch die Qualität seiner Coachs einen echten Vorsprung erarbeiten.

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