Ein Mentor muss geduldig sein?

Manche meinen, ich als Coach & Mentor sollte geduldiger sein.

Tatsächlich verstehe ich zwar den Gedanken, dennoch ist es genau anders herum.

Ich fordere extrem, aber fördere auch ungemein!Ich will selbst viel und schnell. Genauso möchte ich viel und schnell weitergeben.

Wer diesen Anspruch nicht für sich selbst hat, der passt nicht zu mir.

Ich hasse es mich zu wiederholen, schon gar nicht immer und immer wieder die gleichen Denkmuster und Verhaltensweisen zu diskutieren, wenn die Fehler auf der Hand liegen und als solche bereits erkannt wurden.

Ich war nie ein „Karl-Heinz Mittelmaß“ und werde es wohl auch nie sein. Wie also sollte ich dafür ein guter Lehrer sein? Das geht schleichtweg nicht. Ich habe darin keine Erfahrung.Ich war immer extrem und liebe es bis heute – vielleicht sogar mehr als je zuvor.

Ja, ich habe auch extreme Fehler gemacht und auch manchmal extrem lange für Veränderungen gebraucht. Daher weiß ich nur zu gut, dass die Arbeit fruchtlos ist, wenn der Schüler nicht wirklich bereit ist.

Umso wichtiger ist mir heute, mit allem Drama weiterzugeben, wohin diese Verhaltensweisen führen. Ich weiß, dass viele Menschen die Konsequenzen ihrer negativen Verhaltensmuster kaum ertragen können und ich kenne genug Leute, die tatsächlich daran zerbrochen sind. Es ist nicht einfach, die Ergebnisse machnmal sogar über Jahrzehnte mit sich zu schleppen.

Ich hatte das große Glück genug Kraft dafür bekommen zu haben. Es ist nicht mein Verdienst, es wurde mir gegeben. Ich bin dankbar für diese Gnade und trage heute die Verantwortung. Die Verantwortung, diese Kraft zu erhalten und vielleicht sogar zu vermehren und ein Stückchen davon weiterzugeben. Das ist meine Aufgabe. Es ist mein Beitrag, meine endlosen Fehlschäge, vor allem die hausgemachten Dummheiten, als Beispiel zu geben. Als Motivation, Inspiration und Vorbild.

Meine Ungeduld, meine Härte in Verbindung mit diesen Dramen, vielleicht beschleunigt dies auch die Bereitschaft zu einer echten Entscheidung. Denn nach allem was ich in den letzten 3 Jahrzehnten gelernt habe, ist der Schmerz immer noch der größte Antrieb des Menschen.

Auch wenn ich nun wieder die positiven Denker gegen mich vereine, meine Erfahrung lautet so: Veränderungen werden in erster Linie durch Dramen geschaffen.

Ich will die Bereitschaft erwecken, denn ohne die Bereitschaft gibt es keine Entscheidung und ohne Entscheidung keine Änderungen.

Ich will meinen „Job“ gut machen und hervorragende Ergebnisse erzielen; das ist mein Anspruch. Für meine Kunden, denn sonst dürfte ich dafür nicht bezahlt werden, und natürlich auch ein bisschen aus egoistischen Gründen.

Geduld passt also nicht wirklich zu mir und sollte von mir auch nicht gefordert werden. Ich bin vermutlich eine Niete, wenn sich ein Klient zu mir verirrt, der nicht viel erreichen will.

Aber ich mache meine Arbeit herausragend, wenn die Menschen hohe Ansprüche haben, Vollgas zu geben bereit sind, Durchbrüche erzielen wollen sowie schnelle und massive Ergnisse wollen.