Väterliche Verantwortung

Als Eltern wollen wir nur das Beste für unsere Kinder.

Zu oft schießen wir dabei allerdings über das Ziel hinaus. Verantwortung zu haben und ihr gerecht zu werden, hat nichts damit zu tun, es den Zöglingen immer recht zu machen. Wir sind geneigt unseren Söhnen und Töchtern ein „besseres“ Leben zu ermöglichen. Das haben schon unsere Eltern gewollt. Doch wenn wir genau hinschauen, ist gerade dies nach hinten losgegangen. Denn das sogenannte „bessere“ Leben ist unter dem Strich selten besser.

Wo wir zu sehr verwöhnt wurden, sind uns entscheidende Prozesse abgenommen worden. Diese Prozesse sind aber für die Entwicklung sehr wichtig und unser Leben wird geprägt davon. Es entscheidet über gute und schlechte Gewohnheiten und diese bestimmen die Qualität unseres Lebens.

Ein Beispiel: Mein Vater meinte mir einen Gefallen zu tun, indem er mir das Geld für ein neues Auto vorstreckte. Zu viel Gerödel in Form von Reparaturen machten den alten Gebrauchten unattraktiv. Außerdem meinte er, so würde ich wenigstens hinterher etwas „sparen“. Mein Sparverhalten war miserabel und schlichtweg nicht vorhanden.

Diese gutgemeinte Tat hat ein schlechtes Verhalten gefördert und mir letztlich das Leben sehr schwer gemacht. Denn ich lernte, dass man Geld ausgeben könne, was man nicht hat. Dies machte ich mir leider lange zur Gewohnheit und kam aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus.

Viele Jahre waren geprägt von meinem Fehlverhalten und die Qualität meines Lebens, meiner Familie und meiner Geschäfte litten stark darunter.

Ich will nun nicht die Verantwortung für meinen Blödsinn an meine Eltern abschieben, sondern nur darauf aufmerksam machen, dass unser Verhalten als Vater oder Mutter nicht immer so gut ist, wie wir meinen.

 

Wir tun also gut daran, auch mal Konflikte und Frustrationen auszuhalten.

Und wir tun bei der Erziehung gut daran, langfristig zu denken!